26.04.2017 22:21 |

Aufatmen nach Kritik

Stadt lenkt bei den Kosten für Pendler-Ticket ein

Die Aufregung war groß, aber unnötig: Wie die "Krone" erfahren hat, plant die Stadt beim Pendler-Ticket lediglich mit einer schrittweisen Anhebung der Gebühr - die kolportierten 700 Euro sind demnach noch reine Zukunftsmusik. Viel realistischer ist ein Preis von 490 € pro Jahr - das wäre unter dem bundesweiten Schnitt.

Entwarnung in der Debatte um das Pendler-Ticket: Die kolportierten 700 Euro pro Jahr sind laut "Krone"-Infos derzeit noch kein Thema in der Stadtregierung. Viel eher denkt Bürgermeister Heinz Schaden aktuell über eine stufenweise Einführung nach, wobei der Preis vorerst bei maximal 490 Euro im Jahr oder bei 45 Euro monatlich liegen würde. Damit wäre Salzburg keinesfalls verhältnismäßig teuer - sondern würde sogar unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Zum Vergleich:  In Bregenz belaufen sich die Kosten für spezielle Pendler-Parkplätze auf 365 Euro pro Jahr, in Graz auf 420 Euro und in Wels auf 520 Euro - wobei es hier sogar Einschränkungen bei den freien Parkplatzwahl gibt. In Wien hingegen können Pendler alle Kurzparkzonen nutzen - die Gebühr dafür liegt bei satten 2544 Euro jährlich. Frühestens wenn der Ausbau des öffentlichen Verkehrs entsprechend fortgeschritten ist, werde man den Preis schrittweise anheben - die maximale Obergrenze würde dabei bei 700 Euro liegen, stellte SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger sachlich in der bisweilen emotional geführten Debatte klar. "Viel günstiger als die 490 Euro pro Jahr können wir das Ticket aber nicht anbieten, weil sonst der gesamte Lenkungseffekt verpufft und wir wieder Tausende Einpendler im Stadtgebiet hätten."

Unterdessen sprechen sich immer mehr Verkehrsexperten für die geplante Parkzonen-Erweiterung im gesamten Stadtgebiet aus. Im Kampf gegen täglichen Stau-Wahnsinn handle es sich hierbei zweifellos um eine der effektivsten Maßnahmen. Laut einem Gutachten, das der "Krone" vorliegt, wäre allein bei einer Teilbewirtschaftung der Flächen sofort mit einem massiven Rückgang der täglichen Fahrten zu rechen. Umgelegt auf die Pläne der Stadt würde das eine Verringerung von rund 10.000 Pkw-Fahrten pro Tag bedeuten - kaum eine andere der im Raum stehenden Maßnahmen kann mit einem vergleichbaren Ergebnis punkten.

"Von Einnahmen kein einziger Cent ins Budget"
Aber nicht nur deswegen hält eine politische Mehrheit aus SPÖ und Bürgerliste an dem Vorhaben fest: Es gibt einfach keine nennenswerte Alternative. Denn die von der ÖVP geforderte Ausweitung der Kurzparkzonen würde die Situation für Pendler in Wahrheit eher verschärfen. "Hauptursache wäre hier die begrenzte Parkdauer von maximal drei Stunden. Ein Arbeitstag dauert ja aber in der Regel länger. Nach Ablauf der Frist müsste der Autoinhaber sein Fahrzeug also immer wieder umparken", führt Auinger aus, dass so ein Vorgang unnötig Zeit und Nerven kostet und wohl kaum im Sinne der Wirtschaft sein dürfte. Auch wäre eine teilweise Einführung wenig sinnvoll, weil sie lediglich eine Verschiebung zulasten gebührenfreier Flächen zur Folge hätte. "Von den Einnahmen wird kein einziger Cent ins Budget fließen", verspricht Auinger, dass das Geld zweckgebunden in eine ständige Verbesserung der Anbindungen und Taktungen im öffentlichen Verkehr fließen wird. In anderen Städten, wie etwa Innsbruck hat die Umstellung bereits vorbildlich geklappt. Hierzu werden in der Stadt gerade entsprechende Amtsberichte ausgearbeitet, die dem Gemeinderat dann zur Abstimmung vorgelegt werden. So viel ist klar: Ohne eine effektive Maßnahme würde Salzburg wohl auch in Zukunft die Stau-Hauptstadt Nummer Eins bleiben.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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