26.04.2017 12:41 |

Drama in Südtirol

Bauzug fuhr plötzlich los: Tote, Schwerstverletzte

Ein Zugunglück auf dem steilsten Stück der Brennerbahnstrecke bei Brixen in Südtirol hat in der Nacht auf Mittwoch zwei Tote und drei Schwerstverletzte gefordert. Mehrere Arbeiter wurden eingeklemmt, als ein Bauzug gegen eine Arbeitsmaschine prallte und entgleiste. Sowohl der regionale als auch der internationale Bahnverkehr sind unterbrochen, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Der Bauzug, auf dem sich rund 20 Arbeiter befunden hatten, habe sich gegen 23.45 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache in Bewegung gesetzt, sagte der Einsatzoffizier der Feuerwehr Bozen. Nachdem er Fahrt aufgenommen hatte, sei der Zug auf der Höhe des Brixner Krankenhauses bei einer weiteren Baustelle gegen eine Baumaschine geprallt und entgleist. Zudem seien Waggons in Brand geraten.

Mehrere Arbeiter wurden eingeklemmt, für zwei von ihnen kam jede Hilfe zu spät. "Drei Männer wurden mit schwersten Verletzungen geborgen und befinden sich in Lebensgefahr", so der Einsatzoffizier. Zudem trugen zahlreiche Arbeiter leichte Verletzungen davon. Sie konnten zum Teil an Ort und Stelle behandelt werden, die Schwerstverletzten werden in Krankenhäusern in Brixen und Bozen versorgt.

Enorme Schäden und schwierige Bergung
Die Bergung gestaltete sich schwierig, weil der Unfallort laut "RAI Morgentelefon" nur über eine Böschung zugänglich ist. "In diesem Bereich ist die Brennerstrecke am steilsten", erklärte der Einsatzoffizier. Dadurch hatte der Bauzug auch schnell Fahrt aufgenommen.

"Unfallstelle sieht verheerend aus"
Auch die Beseitigung der schweren Schäden an der Brennerbahnstrecke werde geraume Zeit beanspruchen: Der Gleiskörper werde von vier bis fünf ineinander verkeilten Waggons blockiert und sei auf einer Seite schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auch eine Oberleitung sei unterbrochen worden.

Um besser arbeiten zu können, wurde eine provisorische Straße direkt zum Unfallort gebaut. Der Bauzug hatte eine Vielzahl von Bahnschwellen und Eisenteilen geladen. "Die Unfallstelle sieht verheerend aus", fasste der Feuerwehroffizier zusammen.

Zunächst noch Sperre, wohl bis Freitagmittag Einschränkungen
Aufgrund der erheblichen Schäden an der Infrastruktur und der laufenden Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten ist der Bahnverkehr zwischen Brixen und dem Brenner weiterhin gesperrt. Für den regionalen Bahnverkehr wurde ein Busersatzdienst zwischen Brixen und Franzensfeste installiert. Die ÖBB richteten mit insgesamt fünf Bussen ebenfalls einen Schienenersatzverkehr ein. "Vier Busse fahren direkt von Innsbruck nach Bozen und einer macht einen Zwischenhalt am Brenner", sagte ein Sprecher der ÖBB.

Eines der beiden Gleise wurde bei dem Unglück "nur relativ wenig" beschädigt und kann möglicherweise am Donnerstag wieder für den Bahnverkehr freigegeben werden. Die gesamten Aufräumarbeiten werden voraussichtlich bis Freitagnachmittag andauern, weshalb bis dahin mit Einschränkungen im Zugverkehr zu rechnen sei.

Eine der wichtigsten Nord-Süd-Eisenbahnverbindungen
Als Brennerbahn wird die Teilstrecke der Eisenbahnachse Deutschland-Italien mit der Alpenquerung von Innsbruck über den Brennerpass nach Bozen und weiter nach Verona bezeichnet. Sie nimmt damit ihren Anfang in Nordtirol, durchquert Südtirol und das Trentino und endet in Venetien und gilt als eine der wichtigsten Nord-Süd-Eisenbahnverbindungen Europas.

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