25.04.2017 21:50 |

Verteidigt Vater

Ivanka Trump: "Er ist nicht frauenfeindlich"

Ivanka Trump hat am Dienstag in Berlin ihren Vater gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit verteidigt. Der US-Präsident sei "fest davon überzeugt, dass Frauen das Potenzial und das Können besitzen, den Job genauso gut wie Männer zu erledigen", sagte seine Tochter. "Die Tausenden Frauen, die über Jahrzehnte im Privatsektor für meinen Vater gearbeitet haben, legen davon Zeugnis ab."

Im US-Wahlkampf hatten mehrere Frauen Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump erhoben. Zudem war ein Videomitschnitt mit abfälligen Äußerungen Trumps über Frauen aufgetaucht. Ivanka Trump äußerte sich dazu auf einer Podiumsdiskussion auf der internationalen W-20-Konferenz zur Stärkung von Frauen in der Arbeitswelt, an der auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm.

Ivanka Trump entgegnete, dass ihr die Kritik bekannt sei. Aus persönlicher Erfahrung könne sie aber sagen, dass ihr Vater ein "enormer Unterstützer" der Stärkung von Frauen und Familien sei.

Wirbel um Ivanka-Einladung nach Berlin
Das Weiße Haus hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass Ivanka Trump auf "direkte Einladung" der deutschen Kanzlerin nach Berlin reise. Der deutsche Vizeregierungssprecher Georg Streiter stellte am Montag klar, dass Trump auf Einladung des Verbands deutscher Unternehmerinnen komme, diese Einladung aber auf einen "Wink" der Bundesregierung erfolgt sei.

Women20 ist Teil des Dialogprozesses der G-20 - der Runde der führenden Industrie- und Schwellenländer. Das W-20-Format bringt regelmäßig Vertreterinnen von Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Sie beraten darüber, wie die wirtschaftliche Lage von Frauen und ihre Stellung am Arbeitsmarkt verbessert werden kann und wie ihnen Wege ins Unternehmertum eröffnet werden können. Deutschland hat heuer die G-20-Präsidentschaft inne und richtet im Sommer den G-20-Gipfel aus.

Merkel forderte auf der W20-Konferenz, Frauen in Entwicklungsländern den Zugang zu Krediten zu erleichtern, um Unternehmensgründungen zu fördern. Das sei "ein ganz wichtiger Schritt, um den wir uns kümmern müssen". Deutschland werde den G-20-Vorsitz für eine entsprechende Initiative nutzen, zu der Merkel auch die USA einlud. Am Abend erklärte Merkels Sprecher Steffen Seibert auf Twitter, die Kanzlerin danke Ivanka Trump "für ihren Beitrag zum W20-Treffen".

Trump-Tochter besuchte Holocaust-Mahnmal
Neben Merkel und Trump nahmen an der Podiumsdiskussion unter anderem die niederländische Königin Maxima, die kanadische Handelsministerin Chrystia Freeland und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, teil. Die W-20-Konferenz soll am Mittwoch enden. Ivanka Trump besuchte am Dienstag außerdem die Technikakademie von Siemens und das Berliner Holocaust-Mahnmal.

Kritik am First-Daughter-Besuch
Der offizielle Besuch der Präsidententochter stieß in Berlin auch auf Kritik. "Bin ich der Einzige, der es völlig absurd findet, dass die Bundeskanzlerin jetzt Außenpolitik mit der Tochter von Donald Trump macht?", twitterte der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil. Die deutsche Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) betonte angesichts des großen Interesses an Ivanka Trump, dass diese nur ein Gast unter vielen auf der W20-Konferenz sei.

Im Gegensatz zu ihrem Vater, der regelmäßig harte Kritik an Deutschland etwa wegen der Handelspolitik übt, gab sich Ivanka Trump in Berlin demonstrativ zurückhaltend. Ziel ihres Besuchs sei es, "zuzuhören und zu lernen und Rat zu suchen", sagte sie. Auf die Frage, ob sie in Berlin die Interessen ihres Vaters, der US-Bürger oder ihrer eigenen Unternehmen vertrete, entgegnete Trump: "Letztgenanntes bestimmt nicht."

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