25.04.2017 10:41 |

Führungsqualitäten

Studie: Warum Frauen die besseren Chefs sind

Ob verbale Entgleisungen und primitiver Humor, endlose Kritik oder ständiger Arbeitsdruck - die Besetzungen mancher Chefetagen kann man sich oft besser in einem Boxring als in einem Büro vorstellen. Dass dies vor allem an der Männer-Dominanz in den Führungsriegen liegt, beweist nun eine Langzeitstudie aus den USA. Forscher haben Daten aus den vergangenen 40 Jahren ausgewertet und das Ergebnis zeigt überdeutlich: Frauen sind die besseren Chefs!

Für die Studie werteten die Forscher die Daten aus Befragungen von 27 Millionen Angestellten aus, berichtet die "Huffington Post". Gleich in vier wesentlichen Hauptaspekten sind Frauen ihren männlichen Kollegen laut der Studie überlegen: Selbstwahrnehmung, Empathie, Mitarbeitermotivation und Führungskompetenz. Genau diese grundlegenden Kompetenzen beeinflussen die Leistung der Mitarbeiter und damit den Output des Unternehmens wie sonst kaum ein Faktor im Arbeitsumfeld.

Jim Clifton, Direktor des verantwortlichen Gallup-Instituts, schrieb in dem Vorwort der Studie, wie wesentlich gerade diese sozialen Kompetenzen seien: "Viele Chefs die ich persönlich kenne, nehmen sich nicht sonderlich viel Zeit für ihre Angestellten, geschweige denn befassen sich eingehender mit der Personalführung. Das führt dazu, dass die Unternehmenskultur oft aus der Balance gerät. Anstatt auf die individuellen Werte einzugehen, wird oft an irgendwelchen Erfolgsstrategien gefeilt, die am Ende sowieso nicht funktionieren."

Frauen können besser motivieren
Wer aber über genau diese Kompetenzen verfügt, kann nicht nur seine Mitarbeiter länger im Betrieb halten, er verbessert auch deren Motivation. Und genau hier sind Frauen den Männern haushoch überlegen, schreiben die Wissenschaftler. Die Gallup-Studie zeigt, dass Angestellte, die für weibliche Chefs arbeiten, im Durchschnitt engagierter und zufriedener bei der Arbeit sind, als bei männlichen Chefs.

Während es Männern oft um die materiellen Anreize und Machtausweitung geht, steht bei Frauen mehr persönliches Wachstum und den Sinn ihrer Arbeit im Vordergrund. Genau diese Motivationsunterschiede bewirken allerdings, dass männliche und weibliche Führungskräfte verschiedene Schwerpunkte bei der Mitarbeiterführung setzen.

Männer stellen Kontakt durch "Frotzeleien" her
Während Frauen über Ähnlichkeiten und Komplimente zu anderen Personen Kontakte knüpfen, verhält es sich bei Männern anders. Männer stellen Kontakte her, indem sie Unterschiede ansprechen und durch "spielerische" Herabsetzungen wie Frotzeleien Kontakt anbieten, so die Gallup-Forscher. Weibliches Einfühlungsvermögen und Anpassungsfähigkeit wird oft als Weichheit abgetan, tritt eine Frau hingegen selbstbewusst auf, wird sie als unweiblich diffamiert, erklärt Betriebspsychologin und Buchautorin Martina Aron-Weidlich.

"Natürlich ist es nicht des Rätsels Lösung, alle männlichen Führungskräfte durch weibliche zu ersetzen", so Aron-Weidlich. Vielmehr müsse sich die Führungskultur in den Unternehmen ändern. Diese Veränderung können Studien zwar beeinflussen, das Umdenken muss am Ende des Tages jedoch in den immer noch von Männern dominierten Führungsriegen geschehen.

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