22.04.2017 07:02 |

Langzeit-Rekord

Mini-Raumgleiter X-37B seit 700 Tagen im Weltall

Seit mittlerweile 700 Tagen kreist der unbemannte US-Raumgleiter X-37B, von dem in der Öffentlichkeit niemand weiß, welchem Zweck er eigentlich dient, um die Erde. Schon vor knapp einem Monat hat es einen neuen Rekord aufgestellt, denn längsten dauerte bis zu diesem Zeitpunkt der dritte Flug von X-37B, der im Jahr 2014 nach 674 Tagen (Landung im Video) endete. Wann der mittlerweile vierte Langzeit-Testflug des Mini-Shuttles endet wird, ist nicht bekannt.

Wie schon bei den ersten drei Flügen hüllt sich das US-Militär über den genauen Zweck und die Dauer der Mission des "Orbital Test Vehicle" (kurz OTV) in Schweigen. Top secret ist auch, wann und wo das Raumfahrzeug wieder landen wird - die ersten drei Flüge endeten jeweils auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien.

Shuttle kreist seit Mai 2015 um die Erde
Seit dem Mai 2015 umrundet das Shuttle X-37B im Rahmen seiner vierten Geheimmission die Erde. Wie schon bei den ersten drei Flügen hüllt sich das US-Militär über den genauen Zweck und die Dauer der Mission des "Orbital Test Vehicle" (kurz OTV) in Schweigen. Top secret ist auch, wann und wo das Raumfahrzeug wieder landen wird - die ersten drei Flüge endeten jeweils auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien. Zuletzt hatte es aber Spekulationen gegeben, dass die vierte Mission von X-37B auf dem Kennedy Space Center, dem Weltraumbahnhof der NASA auf Merritt Island in Florida enden könnte.

Von Cape Canaveral aus gestartet
Der "Orbital Test Vehicle 4" (kurz OTV-4) getaufte Mini-Raumgleiter war am 20. Mai 2015 um 17.05 Uhr MESZ an Bord einer "Atlas V"-Rakete vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ins All abgehoben.

Das knapp fünf Tonnen schwere Raumfahrzeug ist nur 8,8 Meter lang, hat eine Flügelspannweite von 4,6 Metern und soll die Erde in rund 900 Kilometern Höhe umkreisen. Experten, die die Bahn des kleinen Shuttles verfolgen, berichten aber, dass es auf einem wesentlich niedrigeren Orbit - nämlich in nur 312 bis 350 Kilometern Höhe - unterwegs sein dürfte. Seine Energie bezieht das unbemannte Raumfahrzeug, von dem zwei Exemplare existieren, aus Batterien sowie über ein ausklappbares Sonnensegel.

Spekulationen über Tests für Waffensystem
Bislang hat die US-Luftwaffe jeweils nur über Starts und Landungen der OTVs berichtet. Zum Zweck der Missionen hieß es lediglich, es würden neue Materialien und Technologien - etwa der Einsatz von neuartigen Ionentriebwerken - im Weltraum erprobt. Das Schweigen der Militärs hat Spekulationen genährt, das Shuttle im Miniformat sei vielleicht der Vorläufer eines neuartigen Waffensystems im Orbit, das die USA in die Lage versetzen soll, in Krisenfällen rasch zu reagieren.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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