100er-Diskussion

Land kiefelt an flexiblem Luft-Limit

Tempo 100 auf der sechsspurigen Westautobahn regt viele weiter auf, obwohl noch länger keine Gebotsschilder stehen werden. Unterdessen laufen Bemühungen, mit der beschleunigten Errichtung einer flexiblen Verkehrsbeeinflussungsanlage wieder Ruhe zu stiften. Doch deren Tempolimit-Kopplung mit Luftmessungen wird schwierig werden.

Wie und wann reagiert eine solche Anlage (abgekürzt VBA genannt) auf „dicke Luft“? Rechtlich und praktisch böten sich die kleinsten Mess-Einheiten - die Halbstundenmittelwerte - an. Doch da gibt es bei den beiden für die umstrittene A 1-Etappe zwischen Linz und Enns zuständigen Luftmessstationen ein kleines Problem  der für die Halbstundenmittelwerte relevante Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Schwefeldioxid wird seltenst überschritten und meistens bei weitem nicht erreicht - siehe auch die Grafik über den Verlauf bisher im November.

Grundlage für den geplanten Luft-Hunderter sind die zu hohen Jahresmittelwerte von 57,5 (2003), 52,4 (2004), 55,5 (2005) und 59,6 (heuer bis 30. September) Mikrogramm. Das heißt, eine VBA müsste die aktuelle Luft-Belastung immer auf den Anteil an der Jahresbelastung umrechnen und summieren. Dafür verlässliche Modelle zu finden, daran kiefelt das Land mit der Asfinag. Laut Jahresgrenzwert dürften (theoretisch) höchstens 30 Mikrogramm Stickoxid  je Kubikmeter Atemluft erreicht werden…

 

Grafik: Barbara Mungenast

Mittwoch, 23. Juni 2021
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