05.04.2017 06:45 |

Kuba-Durchquerung

"Staatsgast" auf zwei Rädern

Nach einem gescheiterten Versuch im Dezember 2015 wiederholt der steirische Extrem-Radler Jacob Zurl nun seinen Rekordversuch in Kuba. Der mittlerweile verstorbene Fidel Castro gab ihm höchstselbst seinen Segen.

Jüngster Absolvent des "Glocknerman"; jüngster und schnellster Österreicher im legendären Langstreckenrennen Paris-Brest-Paris; Guinness-Weltrekordler im Höhenmeter-Radeln (28.789 Höhenmeter in 48 Stunden): Ohne Frage ist Jacob Zurl ein Riesentalent, wenn es ums Durchbeißen, ums totale Ausbeuten des eigenen Körpers für ein ins Auge gefasstes Ziel geht.

Der Blick über den Straßenrand
Aber Zurl, 1988 in Deutschlandsberg geboren, ist keiner, der nur stur vor sich hinstrampelt. Seit er sich unter Extrem-Radlern einen Namen gemacht hat, nimmt er sich Projekte vor, bei denen sich der Blick über den Straßenrand lohnt - auf Landschaften, Kulturen, Menschen. "Das Race Across America zum Beispiel ist eine Wahnsinns-Leistung", sagt Zurl. "Aber wenn ich mit dem Finger über die Weltkarte fahre, sehe ich lauter Geschichten, die noch keiner erlebt hat."

So wie 2014 bei seiner bahnbrechenden Himalaya-Überquerung, wo er die 500 Kilometer und 13.500 Höhenmeter auf dem abenteuerlichen Manali-Leh-Highway in 38 Stunden und 40 Minuten schaffte, mitten durchs Hochgebirge, auf desolaten Straßen: "Wenn dich die Straßenarbeiter vorbeiradeln sehen, haben die eine Hetz’ mit dir." Die Filmdokumentation über diesen Husarenritt, den Zurl mittlerweile als "Reiseveranstalter" für interessierte Hobbysportler anbietet (in "gemütlichen" neun Tagen), machte den Steirer in der Szene bekannt.

Denguefieber stoppte ersten Kuba-Versuch
Weltweites Medien-Echo gab es aber zum nächsten Coup, der eigentlich im Dezember 2015 über die Bühne gehen hätte sollen und jetzt erneut in der heißen Phase ist. Unter dem selbstredenden Titel "Cuba - Coast to Coast" möchte Zurl die 1400 Kilometer von Kubas östlichster Provinz Guantanamo bis zum Cabo de San Antonio im Westen radeln - in weniger als 55 Stunden.

Den ersten Versuch vereitelte das Denguefieber. "In der Vorbereitung hat mich eine Mücke erwischt. Ich bin zehn Tage im Krankenhaus gelegen, hab’ sieben Kilo abgenommen." Zwei Monate lang durfte Zurl gar keinen Sport treiben, neun Monate lang kämpfte er sich nach der schweren Erkrankung, die jährlich weltweit 22.000 Tote fordert, zu alter Belastbarkeit zurück.

Jetzt soll es so weit sein. "Ich freu’ mich sehr, aber ich hab’ auch ein mulmiges Gefühl", gestand Zurl vor dem Abflug nach Kuba. "Die Leichtigkeit wird sicher fehlen." Am 19. April geht es los, zwei Wochen soll die Akklimatisierung dauern. "Es ist ein extrem heißes und schwüles Klima, da haut’s einen fast um, wenn man aus dem Flieger steigt", so Zurl.

"Máximo Líder" twitterte höchstpersönlich
Ob das Schicksal dem Steirer diesmal hold ist? Zumindest vom offiziellen Kuba kann er mit voller Rückendeckung rechnen: Schon beim ersten Versuch hatte der mittlerweile verstorbene Fidel Castro höchstpersönlich einen begeisterten Tweet über den "ciclista austríaco" abgesetzt. Und anlässlich des aktuellen Projekts kam Kubas Botschafter Juan Antonio Fernández Palacios aus Wien nach Graz, um sich bei einem Essen auf dem Schloßberg alle Einzelheiten erklären zu lassen…

Matthias Wagner, Kronen Zeitung

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