04.04.2017 11:58 |

"Sex-Wanze"

Hacker dringen in Kamera-Vibrator mit WLAN ein

Das Internet der Dinge macht auch vor Sexspielzeug nicht Halt. Heute gibt es vernetzte Vibratoren, die sich per Handy fernsteuern lassen oder Leistungsdaten sammeln. Der US-Sexspielzeug-Designer Svakom treibt diesen Trend mit seinem WLAN-Massagestab "Siime Eye" auf die Spitze, verbaut darin sogar eine Kamera. Für Hacker ein gefundenes Fressen.

Zu dieser Erkenntnis kommen laut "The Register" Hacker, die den WLAN-Vibrator auf seine Sicherheit getestet haben. Demnach sei es geradezu "trivial", in das Gerät einzudringen und das Administrator-Interface aufzurufen. Über die Web-App kann auch direkt auf das äußerst intime Videomaterial von der eingebauten Kamera zugegriffen werden.

Wer in WLAN-Reichweite ist, kann Vibrator hacken
Das heißt, dass ein Angreifer, der in Reichweite des eingebauten WLAN-Accesspoints ist, den vernetzten Vibrator mit sehr simplen Mitteln in eine "Sex-Wanze" verwandeln kann. Besonders schlimm: Der Name des Access Points ist statisch. Dem Bericht zufolge lasse sich dadurch recht einfach der Nutzungsort des "intelligenten" Sexspielzeugs herausfinden.

Weitere Schwachstellen umfassen eine Skype-Schnittstelle und Skripts, über die das Gerät E-Mails verschickt. Nimmt man all diese Angriffspunkte zusammen, verwundert es wenig, dass es den Hackern bei ihren Tests gelungen ist, den "Siime Eye" zu kapern. "Wir haben die komplette Kontrolle über jede eingebaute Funktion im Siime Eye, einfachen Zugang zum Videostream und dauerhafte Administratorrechte", so die Hacker.

Hersteller schweigt zu Sicherheitslücken
Und der Hersteller? Der schweigt dem Bericht zufolge zu den Sicherheitslücken. Das hat die Hacker von "Penetration Testing and Security Services" dazu veranlasst, die Lücken im Kamera-Vibrator offen zu legen, obwohl kein Patch zur Verfügung steht. Normalerweise veröffentlichen Sicherheitsforscher ihre Berichte erst, nachdem der Hersteller die Schwachstellen beheben konnte.

Es ist nicht das erste Mal, dass smartes Sexspielzeug durch mangelnde Sicherheit in die Schlagzeilen kommt. Erst kürzlich wurde bekannt, dass das kanadische Unternehmen Standard Innovation, das den Bluetooth-Vibrator "We-Vibe" produziert, in den USA mit einer Sammelklage überzogen wurde und fünf Millionen kanadische Dollar Schadensersatz an Käufer des unsicheren Sexspielzeugs auszahlen muss.

 krone.at
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