Mo, 20. August 2018

Wegen Katzen-Website

22.03.2017 12:03

Trump-Anwälte gehen gegen Web-Designerin (17) vor

Weil sie eine Website mit einem Minispiel erstellt hat, in dem man US-Präsident Donald Trump mit Katzenpfoten zerkratzen kann, hat eine 17-jährige Kalifornierin Post von den Anwälten des mächtigsten Mannes der Welt bekommen. Trumps Rechtsabteilung hat ihr eine Unterlassungsaufforderung geschickt.

Stein des Anstoßes ist die Website kittenfeed.com. Dort hat die 17-jährige Lucy aus San Francisco ein Minispiel gebastelt, in dem man mit virtuellen Katzenpfoten Fotos von Donald Trump zerkratzen kann.

Wie die US-Entertainmentwebsite "Hollywood Reporter" berichtet, hat die Seite zwar in den ersten Wochen ihres Bestehens nur 1200 Zugriffe gehabt, das hat der Rechtsabteilung von Donald Trump aber bereits für die Unterlassungsklage gereicht.

Anwälte: URL schadet der Marke Trump
Zunächst störte sie sich an der Adresse, unter der das Trump-Schmähspiel erreichbar war. Bevor die Website unter kittenfeed.com zu finden war, kam man nämlich über die URL trumpscratch.com auf die Seite - für die Anwälte Trumps eine klare Verletzung der "international bekannten und berühmten" Marke Trump.

Die Seite zog auf ihre jetzige Domain um, war Trumps Anwälten aber weiterhin ein Dorn im Auge. Diesmal ging es um einen Link auf ein Amazon-Angebot für ein Trump-Schmähleiberl, den die junge Frau auf ihrer Website gesetzt hatte. Sie entfernte den Link und hat seither nichts mehr von Trumps Rechtsabteilung gehört. Die ganze Angelegenheit hat die 17-Jährige dennoch zutiefst verstört.

17-Jährige wettert über den Präsidenten
"Der Umstand, dass er als Präsident immer noch Teams hat, die Menschen belästigen, dumme Seiten wie meine abzuschalten, ist unerhört", klagt Lucy. Und sie legt nach: "Ich will wirklich, dass die Leute sich bewusst werden, dass das ein Präsident ist, der sich eindeutig mehr darüber sorgt, was Menschen von ihm halten, als irgendetwas von Substanz zu tun." Ein Präsident solle weder die Zeit haben noch sich groß darum kümmern, solche Websites entfernen zu lassen.

Trumps Rechtsabteilung hat sich zu der Causa nicht zu Wort gemeldet. Sie dürfte sich die ganze Angelegenheit aber anders vorgestellt haben: War die Katzen-Website bis vor wenigen Tagen kaum bekannt und schlecht besucht, setzt nun der berüchtigte "Streisand-Effekt" ein. Der Versuch, die Website entfernen zu lassen, hat sie erst richtig populär gemacht. Mittlerweile wurde die Seite rund 100.000 Mal aufgerufen - 20.000 Mal allein am Mittwochvormittag.

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