01.11.2006 13:09 |

Weltgewerkschaft

Neue Weltgewerkschaft in Wien gegründet

Die Gründung des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) ist am Mittwoch in Wien erfolgreich über die Bühne gegangen. Dabei vereinigten sich der sozialdemokratische Bund Freier Gewerkschaften (IBFG) und der christlich orientierte Weltverband der Arbeitnehmer (WVA) zu einer Organisation. 1.600 Delegierte aus 160 Nationen wohnten der "Taufe" des IGB im Wiener Messezentrum bei.

"Noch nie hat es in der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung eine so große Versammlung gegeben", erinnerte der frühere Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB), Emilio Gabaglio, der bei der Neugründung federführend war. Bisher sei die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung von Spaltung geprägt gewesen, nun könne man ein neues Kapitel aufschlagen. "Die Welt rückt immer näher zusammen, alles hängt voneinander ab", gab Gabaglio die Stoßrichtung vor, man müsse nun "offensiver werden".

Willy Thys, bisheriger Generalsekretär des WVA, teilte mit, dass die Auflösung seines Verbandes am Tag zuvor mit 95 Prozent der Stimmen beschlossen worden sei. Er zeigft sich davon überzeugt, dass das neue Kapitel "ein großartiges wird". Ebenso optimistisch in die Zukunft blickte Guy Ryder, bisheriger Generalsekretär des IBFG. Der IGB werde ein "effektives und mächtiges Instrument" sein, "das die Arbeitnehmer brauchen".

Bundespräsident Fischer begrüßte bei seiner Eröffnungsrede den Einsatz des IGB für den Frieden. "Ich bin ein überzeugter Anhänger der Gewerkschaftsidee", meinte er zudem, diese sei ein "wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft". Zuvor hatte ÖGB-Präsident Hundstorfer die Gewerkschaftsbewegung ermahnt, sich nicht zur Ruhe zu setzen. Der Sitz des IGB wird in Brüssel sein, wo sich derzeit noch der IBFG befindet.

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