Do, 21. Juni 2018

Serie: Teil 3

06.03.2017 14:58

Ein Blick in die Haftzellen

Rund 500 Insassen sitzen derzeit im "Ziegelstadl" ein, etwa 100 von ihnen befinden sich auf der Ebene 2. Die Zellen sind unterschiedlich eingerichtet.

"Auf unserer Ebene sind in den meisten Zellen fünf Insassen einquartiert. Eine gibt es für sechs und dann haben wir noch Einzelhafträume", informiert Justizwache-Beamtin Maria Windisch im "Krone"-Gespräch.

Fernseher mit (inter-)nationalen Programmen

Die Standard-Zellen (einfach und mehrfach belegt) sind spartanisch eingerichtet. In den großen Zellen gibt es Stockbetten, jeder Insasse hat einen Polster sowie eine dünne Decke. Holzregale bieten Stauraum, direkt neben der Zellentür befindet sich eine Toilette, die mittels einer Schiebetür geschlossen werden kann. Nach der Toilette hängt ein Waschbecken, über dem ein Spiegel angebracht ist. Und dann gibt es noch ein mit Gitter versehenes Fenster, einen Tisch sowie einen Fernseher mit vielen (inter-)nationalen Programmen. "Vor kurzem wurden die alten Geräte durch neue Flachbildschirme ersetzt", sagt die Beamtin. Zudem gibt es bei jedem Bett einen Radioanschluss. Etwas anders sieht es hingegen in der Hausarrest-Zelle für je einen Häftling aus. Ein TV-Gerät sowie einen Spiegel sucht man vergebens. "Sobald ein Häftling gegen die Regeln verstößt indem er zum Beispiel etwas schmuggelt wird er in diese Haftzelle für eine bestimmte Zeit einquartiert", sagt sie.

Nur ein betoniertes Bett

Die dritte Variante der Zellen stellt der besonders gesicherte Haftraum dar. Hier gibt es weder Holzregale oder einen Tisch, noch einen Fernseher oder ein Bettgestell. Auf sehr kleinem Raum befindet sich ein betoniertes Bett mit einer Matratze, ein Bettlaken dient als Decke. Neben dem Bett ist ein Steh-WC montiert, das Fenster in der Zelle kann nicht geöffnet werden. Hier drin dürfen die Insassen keine Zigaretten und keine eigene Kleidung besitzen. "Für den Spaziergang erhalten sie von uns einen Overall sowie Schuhe ohne Schnürsenkel", teilt die 36-Jährige mit. Und welche Inhaftierten werden hier untergebracht? "Häftlinge, die zum Beispiel selbstmordgefährdet oder eine Gefahr für die anderen darstellen. Sie werden jeden Tag von einem Arzt und einem Psychologen untersucht", weiß Windisch. Die Dauer des Aufenthaltes in dieser Haftzelle ist gesetzlich geregelt.

Häftlinge als Aufpasser

Und dann gibt es noch die so genannte "Visci-Zelle". "In dieser mehrfach besetzten Haftzelle befindet sich unter den Inhaftierten jeweils einer, der selbstmordgefährdet ist. Die anderen Insassen wissen darüber Bescheid und geben auf ihn Acht", schildert Windisch.

Lesen Sie am Mittwoch: Innerhalb der Haftmauern gibt es eine Kirche, in der Gottesdienste abgehalten werden sowie einen Fitnessraum.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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