Mi, 20. Juni 2018

27.10.2006 16:40

Ungarneinsatz-Medaille

Das freie Wort
Sehr geehrter Herr Trost! Ich lese derzeit mit großer Aufmerksamkeit Ihre Kolumnen zum Thema Ungarn-Aufstand. Ich war damals als Volksschüler in Schattendorf insofern betroffen, als wir einige Zeit schulfrei hatten, da die Schulen entlang der Grenze als erstes Auffanglager gebraucht wurden. Weiters war mein Vater als Zollwachebeamter sehr stark engagiert, er schleuste mehr als 3000 Flüchtlinge in unser Land ein.

Als Offizier des Bundesheeres im Vorruhestand erinnere ich mich aber auch daran, wie damals die ersten, gerade erst eingerückten Soldaten in diesen Einsatz befohlen wurden: gerade mal zwei, drei Wochen Grundausbildung, aber keine Schießausbildung! Daher hatten sie, was mein Vater bestätigte, auch überhaupt keine Munition mit. Es gab jedoch einen klaren Schießbefehl gegenüber alle Bewaffneten, die sich weigern sollten, ihre Waffen abzulegen.

Wie müssen sich diese jungen Soldaten gefühlt haben? Ich denke, die Republik Österreich wäre es denen schuldig, die damals unter solchen Umständen in diesen Einsatz geschickt wurden, ihnen wenigstens nach 50 Jahren die vor einiger Zeit geschaffene Einsatzmedaille nachträglich zu verleihen.


Denn es war ganz klar ein Einsatz nach §2a des Wehrgesetzes. Auch den Soldaten des Slowenien-Einsatzes 1991 wurde diese Medaille nach der Einführung verliehen. Ich finde, dann gebührt sie erst recht denen, die im ersten Einsatz des noch jungen Bundesheeres standen.

Hier könnte die auslaufende Regierung auch noch ein positives Zeichen setzen, finden Sie nicht auch?




Wolfgang Wildberger, per E-Mail
erschienen am Sa, 28.10.

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