Mo, 25. Juni 2018

Nationalfeiertag

27.10.2006 16:21

Besucherrekorde am Feiertag

Die Republik rief zum Feiern auf und das Volk folgte. Allein am Heldenplatz hatten am Nationalfeiertag schon zu Mittag über 650.000 Menschen die Leistungsschau des Bundesheeres besucht. Tausende Neugierige stürmten auch das Parlament und den Rathausplatz. Etwas getrübt wurde der Feiertag nicht nur vom anfänglichen Nebel, es schwebte auch der Eurofighter-Streit in der Luft.

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Die Feierlichkeiten begannen am frühen Vormittag mit Kranzniederlegungen durch Bundespräsident Fischer und die Bundesregierung in der Krypta am Burgtor. Danach kam die Regierung zu einem Sonderministerrat im Kanzleramt zusammen, bei dem Bundeskanzler Schüssel indirekt auch die Eurofighter ansprach. Er erklärte, dass die Regierung die Pflicht habe, „unser Land zu Land und in der Luft zu verteidigen“.

Schüssel belehrt seinen Nachfolger
Von seinem Nachfolger forderte Schüssel Verantwortungsbewusstsein ein: „Wer auch immer in Zukunft an diesem Ministerratstisch Platz nehmen wird“, müsse die Gesamtinteressen „den Einzelinteressen mancher Gruppen“ immer voranstellen. Der Kanzler zeigte sich gleichzeitig überzeugt, der nächsten Regierung „ein gutes Land“ zu hinterlassen.

Angelobung von 900 Soldaten mit Euro-Fighter-Werbung
Zur Verteidigung der Abfangjäger rückte dann auch Verteidigungsminister Platter bei der Angelobung von 900 Soldaten am Heldenplatz aus. Die Luftraumsicherung sei „nicht das Hobby eines Verteidigungsministers“, sondern seine Pflicht. „Sie können sich zu hundert Prozent auf das Bundesheer verlassen, aber auch das Bundesheer muss sich auf Sie verlassen können“, so der Ressortchef in Richtung SPÖ, die gemeinsam mit den Grünen und der FPÖ einen U-Ausschuss in Sachen Eurofighter-Beschaffung beantragen will.

Gusenbauer warb für Große Koalition
SPÖ-Chef Gusenbauer, der ebenfalls an der Angelobung teilnahm, warb wiederum für die Große Koalition. SPÖ und ÖVP sollten möglichst bald zu einem gemeinsamen Regierungsprogramm kommen, „das für Österreich gut ist, weil es das Beste aus unseren jeweiligen Vorschlägen und Konzepten enthält“, so Gusenbauer.

Zu Wort meldeten sich auch die anderen Parteien. Während Grünen-Chef Van der Bellen für „Weltoffenheit und Solidarität gegenüber Flüchtlingen“ appellierte, plädierte FPÖ-Chef Strache nach den „aufreibenden schwarz-orangen Chaosjahren“ für Stabilität - und für eine rot-schwarze Regierung. BZÖ-Chef Westenthaler nutzte den Nationalfeiertag, um noch einmal die Arbeit der scheidenden Regierung zu loben. Friedlich ging es unter den Politikern beim „Konzert für Österreich“ in der Staatsoper zu.

Hunderttausende bei der Leistungsschau des Bundesheeres
Das Volk ließ sich von den politischen Zwistigkeiten den Feiertag nicht verderben. Hunderttausende strömten zum Heldenplatz, um dort die Panzer und Hubschrauber des Bundesheeres zu bestaunen. Zu sehen bekamen sie unter anderem ein Modell des Zankapfels Eurofighter. Die Hilfs- und Einsatzorganisationen am Rathaus und am Heldenplatz zählten zu Mittag rund 650.000 Besucher.

Die Erwartungen übertraft der Besucherandrang auch im Parlament: Mit 20.420 Besuchern konnte die Parlamentskorrespondenz einen Besucherrekord vermelden; im Vorjahr waren 13.000 gekommen. Nicht genau gezählt hat man in der Präsidentschaftskanzlei - aber tausende Menschen waren da, man könne von einem Sturm auf die Hofburg sprechen, berichtete Präsidenten-Sprecher Aigner.

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