Sa, 21. Juli 2018

Teurer Scherz

24.10.2006 17:14

AUA-Flugzeug muss notlanden

Eine Wette in Alkohollaune hat einen AUA-Airbus mit 117 Passagieren zur Notlandung in Wien gezwungen! Um den Rückflug seines an Bord befindlichen Angestellten nach Frankfurt zu verhindern, drohte ein betrunkener deutscher Geschäftsmann mit einer Bombe. Er wurde angezeigt.

Der schlechte und wohl auch äußerst teure "Scherz" nahm in einem Hotel in der Wiener Innenstadt seinen Lauf. Alkoholisiert wettete dort der 28-jährige deutsche Unternehmer Sch. mit seinem 34-jährigen Mitarbeiter K.: "Du wirst nicht zurückfliegen."

K. glaubte nicht daran, fuhr zum Schwechater Flughafen und stieg mit 116 Passagieren in einen Airbus A-320 der Austrian Airlines. Doch noch vor dem Start rief der Geschäftsmann tatsächlich von seiner City-Herberge am Airport an: "Passagier K. darf nicht mitfliegen." Als das offensichtlich nichts fruchtete, kam der betrunkene Deutsche auf eine fatale Idee. "The flight Vienna Frankfurt. OS 127. There is a bomb on this flight!", drohte er lallend auf Englisch.

Der Pilot der bereits gestarteten Maschine wurde vom Tower sofort informiert und entschloss sich über Linz zum Rückflug nach Wien-Schwechat. Um die Passagiere nicht zu beunruhigen, gab der Kapitän ein angebliches technisches Problem als Grund an. Nach der sogenannten Sicherheitslandung wurden der Airbus und die Gepäckstücke mehr als zwei Stunden lang kontrolliert.

Scherzbold war stark alkoholisiert
Während Passagier K. nicht mehr mitfliegen durfte, stürmten Polizisten aufgrund seiner Angaben und der mitgeschickten Handynummer des "Scherzboldes" dessen Wiener Hotelzimmer. Eine Alko-Kontrolle bei dem deutschen Geschäftsmann ergab dann 2,8 Promille.

Bis zu drei Jahre Haft drohen
Der Drohanrufer wurde wegen Landzwangs auf freiem Fuß angezeigt. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Weitaus schmerzlicher dürfte aber eine zivilrechtliche Klage der Austrian Airlines werden. "Unser Rechtsbüro prüft noch. Der Schaden ist aber enorm", so AUA-Sprecher Johann Jurceka zur "Krone".

von Christoph Budin, Kronen Zeitung

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