Wien intim - Teil 3

Die erotischen Seiten der Stadt: Der Swingerclub

Viele Menschen träumen von erotischen Erlebnissen, Alfred (50) lässt sie Realität werden. Mit seiner Erlebnis-Agentur "Travellers of Joy" sorgt er mit einem kleinen Team für die Verwirklichung von sinnlichen Fantasien und erfüllt nahezu jeden Wunsch. Neben größeren Veranstaltungen sowie speziell auf einzelne Personen zugeschnittenen Abenteuern, bietet er auch erotische Touren durch die Stadt. City4U hat ihn auf einem solchen "Spaziergang" begleitet. Teil 3: Der Swinger-Club.

Nach dem Porno-Kino und der Swinger-Bar ist unser nächster Stopp ein "Swinger-Club". Doch, was ist der Unterschied zwischen Bar und Club? "Du wirst es gleich sehen!", meint Alfred schmunzelnd, als wir an der Tür klopfen. Auch hier: Einlasskontrolle. Zu meinem Verwundern von einer jungen Frau, anstelle eines bulligen, muskulösen Mannes.

"Ich were nicht zum Sexobjekt degradiert"

Nicolina (23) ist unter der Woche in einer Rechtsanwaltskanzlei tätig, seit eineinhalb Monaten arbeitet sie an den Wochenenden zudem im "Hollywood", einem Swinger-Club direkt gegenüber des bekannten "Chaya Fuera". Außer Sonntags, da hat der Club geschlossen. "Am Anfang war ich mir nicht wirklich sicher, ob ich das will, habe mir einen Swinger-Club ganz anders vorgestellt. Aber, ich werde hier nicht zum Sexobjekt degagriert, noch muss ich nackt arbeiten oder werde die ganze Zeit blöd angemacht. Ganz im Gegenteil: Es sind wirklich alle total nett und die Arbeit macht wir extrem viel Spaß! Außerdem passt das Trinkgeld."

Ihr Job ist kein Geheimnis. Familie sowie Freunde wissen von ihrer Tätigkeit Bescheid. Nur in der Kanzlei erzählt sie es lieber nicht. "Ich war früher sehr schüchtern, meine Arbeit hier hat sicherlich auch etwas dazu beigetragen, dass das nun nicht mehr so ist. Ich bin auch um einiges aufgeschlossener. Natürlich fällt das auch im Freundeskreis auf."

Neben dem Bar-Betrieb ist Nicolina unter anderem auch für die Einlass-Kontrolle oder die Schlüssel-Vergabe zu den Umkleidekabinen zuständig.

"Ein Handtuch zur Begrüßung"

Der erste, eigentlich sehr offentsichtliche Unterschied: Während in der Swinger-Bar die meisten in sexy Dessous oder komplett bekleidet waren, ist das im Swinger-Club nicht der Fall. Die anwesenden Männer tragen ausschließlich ein Handtuch und sogar dieses nur lose umwickelt. Ein Blick genügt und es gibt keine Geheimnisse mehr. Manche präsentieren auch breitbeinig ihre Vorzüge. Die anwesende Frau trägt untenrum ein Handtuch, obenrum nur einen BH.

"Jeder bekommt einen Garderobenschlüssel um seine Kleidung ablegen zu können und ein Handtuch." Dieses ist, neben kalten und warmen Speisen, allen Getränken, sowie der Benutzung der hauseigenen Sauna im Preis inkludiert. Der Eintritt für Single-Frauen beträgt 10 Euro, für Single-Männer - je nach Tag und Uhrzeit - bis zu 65 Euro. Mit der Club-Karte wird es ein wenig günstiger. Badeschlapfen, Kondome und Duschgel werden zudem zur freien Benutzung vom "Hollywood" zur Verfügung gestellt.

"Ein gutes Buffet ist Pflicht!"

Der Club erstreckt sich über zwei Stockwerke. Unten befinden sich Tische, Sessel sowie der Bar-Bereich, der Sauna-Bereich und das Buffet. Alfred: "Ein Must Have in jedem Swinger Club! Viele geben anhand der Qualität des Buffets auch ihre Bewertungen über die Location ab." Entsprechend finden sich auf den Tellern nicht nur kleine Snacks und Süßigkeiten, sondern ebenso auch vollwertige Mahlzeiten wie Schnitzel, Eintopf oder Cordon Bleu. "Wir haben eine eigene Küche. Es wird jeden Tag frisch gekocht", ist auch Nicolina stolz über die vielfältige Auswahl.

Sauna und Campingbus

Das obere Stockwerk ist in die unterschiedlichsten Räume unterteilt, passend für jede Vorliebe den richtigen Bereich. Anders als in der Swinger-Bar auch mehr als drei Zimmer und entsprechend viele Möglichkeiten. Auch ausgefallene. So gibt es neben dem Andreaskreuz, welches wohl zur Grundausstattung eines jeden Swinger-Clubs gehört, auch ein Spiegelzimmer, ein Dark Room, sowie unter anderem ein Campingwagen. "Mein persönliches Lieblingsstück", erklärt Nicola. "Den finde ich schon irgendwie cool! Wenn ich zukünftig einen Partner habe, kann ich mir mittlerweile durchaus auch vorstellen, mit ihm in einen Swinger-Club zu gehen. Immerhin kann man ja auch ungestört bleiben und muss nichts mit anderen haben."

Partnertausch ist nicht verpflichtend

Anders als man vielleicht erwarten würde ist in einem Swinger-Club der Partner-Tausch nämlich nicht verpflichtend. "Natürlich kommen auch Paare um sich mit anderen Leuten zu vergnügen, grundsätzlich gibt es aber genug die sich mit sich selbst beschäftigen, gerne aber mal etwas neues ausprobieren wollen als ewig das eigene Bett. Manche schauen gerne zu, manche möchten dass man ihnen zusieht. Jeder entscheidet selbst was er machen und wie weit er gehen möchte", erklärt "Reiseführer" Alfred.

Männer-Überschuss

Auffällig: Im Swinger-Club tummeln sich vor allem Männer, der Frauenanteil ist verhältnismäßig gering. Möchte ein Paar dann zudem nur für sich sein, "ist das für manche leider nicht auf Anhieb zu verstehen", erklärt Alfred. "In fast allen Clubs gibt es leider immer wieder Männer die Frauen oder Paare ansprechen, manchmal sogar verfolgen. Oftmalige Fragen und der auftretende Erklärungsnotstand beim "Nein" oder dessen nichtverstehen nerven dann viele", so Alfred. Ein weiterer Grund für seine Dinner und Feste: "Wir moderieren auf eine Art in der die die wollen es tun können und niemand sich belästigt fühlt." Und dann gilt dabei wie immer: Die Grenzen dieses Abends bestimmt allein der gute Geschmack.


Lest bitte nächste Woche: Wien intim Teil 4 - Die BDSM-Bar

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Julia Ichner
Julia Ichner

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