Mi, 19. September 2018

Abruzzen

27.01.2017 17:44

Osttiroler Bergretter im Lawineneinsatz

Unvorstellbar, dass ein Hotel von einer Lawine verschüttet und dabei um 20 Meter verschoben werden kann! Zwei Osttiroler Bergretter haben das mit eigenen Augen gesehen: Peter Ladstätter und Christoph Schneider standen in Farindola in den Abruzzen (Italien) im Einsatz, um dort mit einer neuen Dampfsonde die Hotelhalle unterm Schnee zu orten und nach Überlebenden zu suchen.

Das Gerät ist eine Entwicklung aus Tirol; in Nord- und Osttirol ist jeweils eines stationiert. Dem Chef der Osttiroler Bergretter, Peter Ladstätter aus St. Jakob im Defereggen, und seinem Kollegen Christoph Schneider aus Sillian waren der Hotel-Hausmeister und Helfer zugeteilt worden. Sie sollten die Bar suchen, in der man Verschüttete vermutete.

Mit der Dampfsonde wurden dabei Löcher mit einem Durchmesser von drei Zentimeter in den Schnee geschmolzen und dann Sonden mit einer Spezialkamera eingeführt. Binnen drei Minuten hatte man mit dieser Methode einen Blick ins Gebäude. Zwei Schaufler brauchen dafür 40 Minuten.

Die Kameras der Osttiroler wurden fündig: Matratzen, Holzbalken, fünf Personen, die leider alle nicht mehr am Leben waren. Der traurigste Fund: Ein blutverschmierter Teddy und gleich danach der tote Körper eines kleinen Mädchens. Bilder, die die Retter nie vergessen werden können.

Mit jedem georteten Hohlraum kam neue Hoffnung auf; allerdings wurde kein Überlebender mehr gefunden. Peter Ladstätter in ServusTV: "Mehr als 350 Helfer waren in der Gegend verteilt, und wir hatten immer die Hoffnung Überlebende zu orten. Hatte jemand etwas entdeckt, gab es einen Signalruf. Dann wurde alles still - und jeder hat gehofft."

Insgesamt haben nur neun Menschen das Unglück überlebt, zwei von ihnen konnten sich selbst aus der Lawine befreien. Die Katastrophe forderte 29 Tote.

Serina Babka, Kärntner Krone

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