Mi, 18. Juli 2018

Großer Festakt

17.10.2006 22:13

Ungarns Regierung feiert Revolution in Wien

Bei einem Festakt im Wiener Austria Center haben die höchsten Repräsentanten Österreichs und Ungarns dem jeweils anderen Land für seine Rolle bei den Ereignissen der ungarischen Revolution 1956 gedankt. Im Rahmen der Feierlichkeiten überreichte der ungarische Staatspräsident Solyom seinem Amtskollegen Fischer und Bundeskanzler Schüssel die höchste ungarische Auszeichnung.

Es handelt sich dabei um das Großkreuz des Verdienstordens mit der Kette bzw. das Großkreuz des Verdienstordens. Diese Auszeichnung wird übrigens nur an Staatsoberhäupter verliehen.

Die Ungarn hätten in den Oktober- und Novembertagen vor 50 Jahren "einen Tropfen in das Fass der Geschichte" fallen lassen, der schließlich 1989 - "wie die Posaunen von Jericho", die in der Bibel die Mauern einer für uneinnehmbar geltenden Stadt zum Einsturz bringen - "dieses Fass zum Überlaufen brachten", so Schüssel.

Historisches Happy End
Ungarns Regierungschef Gyurcsany sprach von einem "großen historischen Happy End" zwischen den beiden Ländern, das nach vielen Jahrhunderten eines Verhältnisses "wie Hund und Katz" schlussendlich zu einer "leidenschaftlichen Nähe" geworden sei.

Mit Hinweis auf die aktuellen Proteste in Ungarn gegen ihn und seine Regierung und die tiefgehende Spaltung des Landes zwischen einer sozialliberalen und einer rechtskonservativen Seite meinte der Ministerpräsident: Wenn auch zwei Länder wie Österreich und Ungarn einander finden konnten, dann müsste das anderswo - eben zwischen Ungar und Ungar - auch möglich sein.

Manifest gegen den Kommunismus
Nationalratspräsident Khol sprach sich entschieden gegen den Kommunismus aus. Die Aufständischen von 1956 hätten "dem Kommunismus die Larve vom Gesicht gerissen". Ihr Schicksal habe gezeigt, "dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte mit dem Kommunismus unvereinbar sind", rief Khol unter dem allgemeinen Applaus.

Beispielhaftes Österreich
Der ungarische Staatspräsident Solyom lobte in seiner über weite Strecken auf Deutsch gehaltenen Rede mit enthusiastischen Worten das ungarische Engagement von 1956. "Österreich, Staat und Volk, haben eine so hohe moralische Leistung erbracht, die bis heute als Beispiel gilt", betonte Solyom.

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