Mo, 16. Juli 2018

Grenzwerte erhöht?

16.10.2006 19:26

Lärmschutz mit ¿Ablaufdatum¿!

Aufregung um den Lärmschutz in Oberösterreich! Während in nur vier Jahren 28 Millionen Euro für Lärmschutzwände - oft im Niemandsland - ausgegeben wurden, wird über die Erhöhung der Grenzwerte um bis zu 15 auf 75 Dezibel diskutiert. Das ist schon dermaßen laut, dass Schutz nur noch selten fällig wird.

Franz Bauer, Sprecher der Lärmplattform Urfahr und Kämpfer für Hunderte geplagte Anrainer der A 7, ist entsetzt: „Dann wird nie wieder irgendwo Lärmschutz nötig - denn bei diesem Krach kann dort sowieso keiner mehr leben!“ Lärmtechniker des Landes errechneten nämlich: Bei einem Grenzwert von 75 Dezibel ist die Belastung gleich 20-mal (!) höher als bei den bisher geltenden 60 Dezibel am Tag. Bereits eine Erhöhung um nur fünf Dezibel bedeutet mehr als eine Verdoppelung des Verkehrslärms. Bauer: „Schon jetzt sind 1,2 Millionen Österreicher extrem lärmgeschädigt. Der Krach macht nachweislich krank, verursacht Dauerstress samt Schlafstörungen und in der Folge dann lebensgefährliche Herzprobleme, Bluthochdruck und Infarkte.“

Von den bereits stehenden Lärmschutzwänden in Oberösterreich ist mindestens jede dritte, wenn nicht die Hälfte sinnlos, weil nur Natur und keine Menschen damit geschützt werden. Kosten dafür in vier Jahren: 28 Millionen Euro, heuer sollen es allein elf Millionen Euro sein. „Wir montieren die überflüssigen Wände gerne selbst ab und stellen sie an der Autobahn zwischen der Linzer Voestbrücke und Treffling wieder auf“, sagt Bauer, der außerdem fürchtet: „Uns wurden von Politikern und Asfinag Lärmschutzmaßnahmen auf Basis der bestehenden Grenzwerte zugesagt. Das war aber vor der Wahl. Jetzt werden wir uns nicht mit der versprochenen Planung ab nächstem und Fertigstellung im Jahr 2009 begnügen, sondern pochen auf sofortige Realisierung.“

 

 

Foto: Horst Einöder

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