Glamour pur?

Was Wiens High Society trägt, und wer dafür zahlt

Wiens Promis haben jetzt Hochsaison: Es gilt am Ball-Parkett zu glänzen, und nicht auszurutschen. Gut, dass der eine oder andere "befreundete" Designer da mit einem Gratis-Kleid aushilft. Wer von wem borgt, und warum es sich teilweise "ausgeliehen" hat - im wahrsten Sinne des Wortes - City4U fragte nach..

Sabine Karner:

Die Wiener Modedesignerin mit Atelier in der Strobelgasse 2, 1. Stock in der City ist seit Jahren einer der ersten Adressen für noble Abendgarderobe. Heuer sind ihre Kleider ganz im trendigen Rot-Tönen gehalten, regelmäßig stehen Promis Schlange, um bei ihr ein Kleid zu "leihen".

"Meine Testimonials sind Doretta Carter, Alexandra Meissnitzer oder auch Julia Stemberger", so Karner im City4U-Talk. Doch sie weiß auch von einer "schwarzen Liste" zu berichten: "Ich borge gewissen Leuten gar keine Kleider mehr - die bringen sie einfach nicht mehr zurück…"

Nhut la Hong

Wien tapferstes Schneiderlein hat sich nach der Modepleite wieder ins Business zurückgekämpft (Singerstraße 26a), jetzt allerdings will er sich nur mehr auf Mode konzentrieren. Waren früher bei ihm Mausi Lugner und Co. am Teppich, um Gratis-Kleider zu besorgen, gibt es das nun nicht mehr. "Das hat mich sehr gestresst - alle haben bei mir angefragt, weil sie glauben, sie kriegen alles umsonst. Nein, so ist das jetzt nicht mehr: Die, die meine Kleider wirklich tragen, die bezahlen auch dafür. Es gibt keine Gratis-Kleider mehr!"

Was modisch angesagt ist? "Das Kleid muss zum Typ der Frau passen, Abendkleider sind ja sehr klassisch. Manche Damen etwa können kein Dekolletee tragen oder eine bestimmte Farbe. Was tatsächlich Trend ist: Jetzt kommt viel Glanz in den Kleidern, es sieht zwar aus wie Plastik, ist aber ein teurer Stoff, sehr glamourös, der Glamour muss wieder da sein…!"

Billige Mode hat keinen Wert

La Hong geht im City4U-Talk mit der Modewelt hart ins Gericht. "Im Allgemeinen sieht man immer mehr Menschen, die sich vernachlässigen. Ich denke, das kommt vom billigen Konsum und die billige Mode, dadurch haben die Kleider keinen Schick mehr, keinen Glamour - es sind billige Klamotten - das sieht man von der Ferne!"

Mitschuld an Armut

La Hong geht noch einen Schritt weiter, und spricht von einer "indirekten Mitschuld": "Es gibt Damen, die könnten es sich leisten, tragen aber dennoch ein Abendkleid um 100 Euro. Das tut mir weh - diese Frauen schätzen ihr Leben nicht. Durch dieses Denken können wir unsere Welt kaputt machen - wegen der Massenprodukte! Obwohl die Menschen, die das produzieren, hungern müssen, weil sie dennoch zu wenig verdienen, um davon zu leben…!"

Anelia Peschev

Die Wiener Modedesignerin ist selbst gerngesehener Gast auf Wiens Bällen. Und auch ihre Kleider werden regelmäßig von Wiens High Society getragen. "Heuer wird etwa Topmodel Marie Jorgensen in meinem Design glänzen", so Peschev, die momentan schon voll im Opernball-Stress ist: "Noch mit Fragezeichen zu behandeln, aber bis jetzt hatte ich immer ORF-Star Vera Russwurm ausgestattet, sowie Balletttänzerin Olga Esina. Doch ob die heuer überhaupt zum Opernball kommen wird ist fraglich, da sie ja im achten Monat schwanger ist!"

Modische ganz vorne liegt man bei Anelia Peschev mit floralen Mustern oder Sterne-Applikationen auf dunklem Hintergrund, dazu viel "Glitzer, Pailletten, Spiegeleffekt".

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Anna Richter-Trummer
Anna Richter-Trummer
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