Mi, 15. August 2018

Bilanz für 2016:

18.01.2017 14:53

12.102 Blitze im Vorjahr in Tirol registriert

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es in Österreich das Blitzortungssystem "Aldis", das jeden Einschlag in der Republik wahrnimmt. 2016 wurden in Tirol so wenige Blitze wie selten gezählt: 12.102 waren es insgesamt. Zum Vergleich: Der Höchstwert wurde 2006 mit 37.082 Blitzen, der Tiefstwert 2014 mit 7221 Blitzen registriert.

"Aldis" ging 1992 in Betrieb und ist ein Gemeinschaftsprojekt von Österreichischer Verband für Elektrotechnik und der Austrian Power Grid AG zur Blitzortung und Blitzdokumentation. Wörtlich steht die Abkürzung "Aldis" für Austrian Lightning Detection & Information System. "Aldis" liefert Blitzdaten an Wetterdienste, Energieversorgungsunternehmen, Versicherungen und Sachverständige und ist weltweit anerkannte Blitzforschungsstelle. Forschungsergebnisse werden laufend in renommierten Fachzeitschriften und auch bei internationalen Konferenzen präsentiert. Acht Sensoren in ganz Österreich messen automatisch jeden Einschlag, einer davon befindet sich in Schwaz.

Bundesweit gab es 108.744 Blitzeinschläge

2016 wurden in Tirol 12.102 Blitzeinschläge gezählt, österreichweit waren es 108.744. Im Jahr 2013 wurden österreichweit mit 85.317 die wenigsten Blitze in der 25-Jahr-Statistik registriert. Interessant ist in dieser Datenbank der Monatsverlauf: Von Jänner bis März sowie von Oktober bis Dezember 2016 wurden lediglich 6 Blitze, im spannungsgeladenen Juli hingegen 5251 registriert - höchste Zahl im Jahr 2016. Der absolute Juli-Rekord Tirols stammt aus dem Jahr 2006 mit 14.484 Blitzen - also mehr, als im gesamten Vorjahr über Tirol niedergingen. Insgesamt sind die Monate Juni und Juli jene mit den meisten Blitzschlägen, der Juni 2006 mit 17.119 Blitzen Rekordhalter Tirols.

Die meisten Einschläge passieren zwischen 17 und 18 Uhr

Aus den vorliegenden Daten geht hervor, dass bei uns die meisten Blitzeinschläge zwischen 17 und 18 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) gezählt werden. Bergsteiger aber sollten wissen und beachten: Bereits ab 15 Uhr MESZ beginnt die Blitzaktivität, die sich dann stündlich erheblich steigert! Von 19 bis 21 Uhr nimmt sie dann markant ab - aber da sollte ohnedies jeder zu Hause sein oder auf einer Hütte die Tour für tags darauf planen.

Günther Krauthackl/Kronen Zeitung

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