Do, 20. September 2018

Hund als Retter

16.01.2017 15:36

"Eine Minute länger und er hätte nicht überlebt"

Es war ein "Rettungs-Krimi", bei dem die Uhr gnadenlos gegen den Erstickungstod tickte - doch am Ende kann ein 19-Jähriger nun seinen zweiten Geburtstag feiern. Für Bergrettungs-Hundeführer Sebastian Antretter, seine "Asta" und viele andere Retter an der Hohen Salve ist es ein  Erfolg, der alle tief bewegt . . .

Das Wichtigste vorweg: Der verschüttete Hopfgartner (19) war gestern schon wieder wohlauf. "Er hatte eine Unterkühlung, weit gefährlicher war aber die drohende Erstickung. "Es war sehr knapp", bestätigt Helmut Breitfuß, Primar der Unfallchirurgie am Krankenhaus Kufstein. Ein Notarzt vor Ort sagte sogar: "Der junge Mann hätte keine weitere Minute überlebt."

Eine Übung in der Nähe

Den größten Dank schuldet der verschüttete Variantenfahrer dem Westendorfer Hundeführer Antretter mit "Asta". Der Bergretter schildert im "Krone-Gespräch": "An solchen gefährliche Tagen haben wir die Ausrüstung ohnehin meist dabei. Zudem hatte nahe der Alpenrosenhütte gerade eine Übung begonnen."

Heli nimmt Hundeführer mit

Als um 10.37 Uhr der Alarm kam, war sofort klar: Per "Pick-up-System" werden Antretter und "Asta" vom Heli 3 aus Langkampfen aufgelesen und zum Lawinenkegel geflogen. Der C4 holte gleichzeitig den Itterer Kollegen Stefan Fuchs (gerade privat in Kirchdorf) mit seiner "Wera" ab.

Lawine 350 Meter lang

"Erst der zweite Landeversuch gelang", schildert Antretter die schwierigen Verhältnisse. Zunächst suchten die Hundeführer im oberen Bereich der Lawine, wo Pistenretter bereits sondierten und Freiwillige verzweifelt mit Skistöcken im Schnee stocherten. Die mächtige Lawine war 350 Meter lang, 50 Meter breit und hatte am Grat eine Anrisshöhe von 1,80 Meter!

Fund 31 Minuten nach Alarm

Als die Minuten verstrichen und oben keiner der Vierbeiner anschlug, konzentrierten sich die Hundeführer auf den aufgetürmten Schnee am Ende des Kegels. "Auf einer  Scholle fing Asta dann intensiv zu buddeln an, nach drei Stichen mit der Sonde stieß ich auf den Verschütteten - nur 31 Minuten nach dem Alarm, da hat alles zusammengepasst", so Antretter. Nur kurz war der 19-Jährige noch ohne Bewusstsein - dann folgte das Aufatmen. "Von so einem Erfolg zehrt man Jahre", freuen sich die Hundeführer.

Andreas Moser, Kronen Zeitung

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