Wien intim - Teil 1

Die erotischen Seiten der Stadt: Das Porno-Kino

Viele Menschen träumen von erotischen Erlebnissen, Alfred (50) lässt sie Realität werden. Mit seiner Erlebnis-Agentur "Travellers of Joy" sorgt er mit einem kleinen Team für die Verwirklichung von sinnlichen Fantasien und erfüllt nahezu jeden Wunsch. Neben größeren Veranstaltungen sowie speziell auf einzelne Personen zugeschnittenen Abenteuern, bietet er auch erotische Touren durch die Stadt. City4U hat ihn auf einem solchen "Spaziergang" begleitet. Teil 1: Das "Porno-Kino".

Das "Fortuna Kino" auf der Favoritenstraße im 10. Bezirk Wiens ist das zweitälteste noch erhaltene Kino der Stadt und eines von insgesamt noch drei verbliebenen Porno-Kinos der City. "Alle anderen sind Peepshows!", so Inhaber Mario A. (42). Vor rund vier Jahren hat er das Kino übernommen. "Als begeisterter Cineast war das quasi ein Must-Have auf dem Immobilienmarkt." Sein Konzept: Erotik-Filme, um das Kino zu finanzieren und einmal monatlich Filme für die ganze Familie.

"Kuschelcouch" wird täglich mit Spezialdesinfektionsmitteln gereinigt

Täglich besuchen rund zwanzig Personen jeden Alters das Fortuna Kino. "Der älteste Gast ist 89 Jahre". Die meisten sind Stammgäste. Das Kino verfügt über knapp 70 Plätze, inklusive zwei "Kuschelcouchen" am Ende des Raumes. Diese werden täglich mit Spezialdesinfektionsmitteln gereinigt und sind feuerfest, auch "wenn außer vor Verlangen hier noch nie etwas gebrannt hat!"

"Musste das Kino für Prostitution anmelden!"
Mit dem neuen Wiener Prostitutionsgesetz haben sich jedoch vor wenigen Jahren auch die rechtlichen Bedingungen geändert, kurz bevor Mario das Kino kaufte. Ein entsprechender Umbau wurde vorab notwendig. "Ich musste etwa das Kino als Prostitutionslokal anmelden, auch wenn ich Prosituierte immer bitte, ihre Freier nicht bei mir zu empfangen. Ebenso musste ich eine Dusche einbauen, auch wenn diese keiner nutzt!"

Qualitativ hochwertige Erotikfilme

Täglich werden zwei qualitativ hochwertige Erotikfilme gezeigt, jeden zweiten Tag erfolgt der Filmwechsel. Mittwoch und Samstag werden zudem Erotikfilme mit Handlung gespielt.

"Voyeurismus dominiert!"
In Zeiten des Internets eine begrenzte Auswahl. Zumindest auf den ersten Blick. Wie kann ein solches Kino dennoch überleben? "Wir leben in einer sexuell sehr offenen Zeit. Es sind Pärchen da, die Mitspieler suchen, Bi-Sexuelle ... Hier geht es eher um sehen und gesehen werden, sowie ums Mitmachen, die wenigsten kommen nur wegen des Films. Exhibitionsismus und Voyeurismus werden groß geschrieben. Alleine zu Hause hat man das nicht!"

Mehr als 9.000 Pornos
Mittlerweile umfasst Marios Porno-Sammlung bereits mehr als 9.000 Filme. Alle gelagert im Kino-Keller. Privat schaut er keinen einzigen. "Ich glaube, man hat sich irgendwann daran einfach satt gesehen."

"Ein Porno-Film zeigt nie mehr als 67 Stellungen!"
"Kein Wunder!", erzählt uns "Reiseführer" Alfred: "Immerhin gibt es nur 67 Stellungen, die man wegen der möglichen Kameraeinstellungen auch festhalten kann. In der Realität sind es dann doch zumindest über Hundert!"

Einmal im Monat: Kino der Vergangenheit...
Tipp: Wer das Kino gerne einmal ansehen möchte, jedoch nicht während des Erotik-Betriebs, hat dazu ein Mal im Monat die Chance. Jeden 3. Samstag im Monat wird das Fortuna Kino für ein paar Stunden zu einem Kino der Vergangenheit und statt Pornos flimmern Klassiker wie "The Rocky Horror Picture Show" oder "Les Miserables" über die Leinwand.

... und: "Cinema of Joy"
Wer hingegen Erotik sucht, dem sei das "Cinema of Joy"  ans Herz gelegt, bei welchem das Fortuna Kino zum Kino der Lüste wird. Noch mehr als sonst. Denn: Ob man den Film verfolgt oder sich dem Sitznachbarn daneben widmet, alleine bleibt man dabei bestimmt nicht. "Klarerweise ist hier mehr erlaubt als beim Klassiker-Abend", sagt Alfred lächelnd. Selbstverständlich gibt es ein Fotografier- und Handyverbot.

Und wie immer gilt: Die Grenzen dieses Abends bestimmt allein der gute Geschmack.

Lest bitte nächste Woche: Wien intim Teil 2 - Die Swinger-Bar

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Julia Ichner
Julia Ichner
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