Di, 11. Dezember 2018

"Kosovo ist Serbien"

16.01.2017 12:09

Streit um Zug: Vucic von Aufschrift "überrascht"

Im Streit um die Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Serbien und dem Kosovo hat der serbische Premierminister Aleksandar Vucic am Montag die Verantwortung für die provokante Aufschrift auf dem Zug von sich gewiesen. Vucic zeigte sich "überrascht" über das Aussehen des Zuges, der am Samstag auf dem Weg in den Kosovo gestoppt worden war. Die Aufschrift "Kosovo ist Serbien" hatte im Kosovo für helle Empörung gesorgt.

Die Ausstattung des Zuges - im Inneren befanden sich Repliken von Ikonen aus serbisch-orthodoxen Klöstern im Kosovo - habe ihn dagegen nicht gestört, sagte Vucic einem TV-Sender. Die Aufnahmen der Heiligendarstellungen aus den Klöstern, die zum UNESCO-Kulturerbe gehören, dürfte die Kosovo-Albaner nicht stören, da der Kosovo ja ein UNESCO-Mitglied werden wolle, so Vucic. Die Verantwortung für die Ausstattung des Zuges wies er dem Chef des Regierungsbüros für den Kosovo, Marko Djuric, zu. Dieser sei ein intelligenter Politiker, der aber manchmal zu viel Leidenschaft an den Tag lege.

Kritik übte Vucic an dem Einsatz der kosovarischen Sonderpolizeieinheit im Nord-Kosovo, die dort nicht sein hätte dürfen. Um im Nord-Kosovo zum Einsatz zu kommen, würde die Sonderpolizeieinheit sowohl die Zustimmung der NATO als auch der serbischen Lokalbehörden brauchen. Die Zustimmung der Serben habe die Einheit am Samstag aber nicht gehabt, unterstrich Vucic.

Provokante Zugfahrt von Serbien organisiert
Der Zug war am Samstagnachmittag in der südserbischen Stadt Raska rund zehn Kilometer vor der Grenze zum Kosovo gestoppt worden, nachdem klar wurde, dass der Kosovo die Einreise verhindern werde. Die Regierung des Kosovo empfand die ohne Rücksprache von Serbien organisierte Zugfahrt als Provokation.

Vucic: "Haben einen Zug, keinen Panzer geschickt"
Serbien begründete die erste Zugfahrt zwischen Belgrad und Mitrovica seit 18 Jahren dagegen als bloße Verlängerung der Zugverbindung, die seit Jahren zwischen der zentralserbischen Stadt Kraljevo und Mitrovica problemlos funktioniert. "Wir haben einen Zug, keinen Panzer geschickt", sagte Vucic am Samstag und beschuldigte die kosovarischen Behörden, "Kriegsspiele" zu betreiben.

Hahn warnt Serbien und Kosovo
Im jüngsten Streit zwischen Serbien und dem Kosovo hat sich auch EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn eingeschaltet und am Montag davor gewarnt, dass beide Länder bisher Erreichtes aufs Spiel setzen. "Mein Appell ist: Sie sollen nicht gefährden, was bereits erreicht wurde während des Dialogs. Und sie sollen nach vorne schauen und nicht zurück", sagte Hahn in Brüssel.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Neues Disziplinproblem
„Skandal-Nudel“ Dembélé verschläft Barca-Training!
Fußball International
Champions League
Liverpools Klopp beschwört „Geister von Anfield“!
Fußball International
„Brauchen Knipser!“
Rapid: Wieso funktionieren die Stürmer hier nicht?
Fußball National
50-Jahr-Jubiläum
Hausbau mit Ytong - immer ein Gewinn!
Bauen & Wohnen
Ermittlung gegen Ärzte
Hätte Italo-Fußballer Astori nicht sterben müssen?
Fußball International
Steine und Holzstücke
Drei Asylwerber ließen Zug beinahe entgleisen
Oberösterreich
„Nieder mit Regierung“
Sozialistische Jugend: Auf Linie mit „Gelbwesten“
Österreich
Erschreckende Bilanz
Heuer bereits 42 Bluttaten an Frauen!
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.