Do, 15. November 2018

"Unberechenbar"

11.01.2017 11:53

Expertin arbeitet mit Herdenschutzhund "Dante"

Der Fall von Herdenschutzhund "Dante" sorgte für hitzige Diskussionen unter den Lesern der "Krone Tierecke": Ein Tierschutzverein aus Griechenland hatte den Kaukasen-Do Khyi-Mix nach Tirol vermittelt, doch schnell stellte sich heraus, dass der Rüde hochaggressiv ist und eine Gefahr für Menschen und Artgenossen darstellt. Die Pflegestelle war völlig verängstigt, der Amtstierarzt schritt ein, vom Verein soll keine Hilfe mehr zu erwarten gewesen sein. Jetzt befindet sich "Dante" bei Profis in Kärnten - die "Krone Tierecke" hat nachgefragt, wie es ihm geht.

"Ich habe mittlerweile einen guten Zugang zu 'Dante' gefunden", erzählt Sissy Lippitz, die seit zehn Jahren in Klagenfurt Herdenschutzhunde als Pflegestelle betreut. "Er kommuniziert sehr offen mit mir, wir sind am Beziehungsaufbau." Leckerchen nimmt der Kaukasen-Do Khyi-Mix bereits von ihr an, mittlerweile kann die Expertin sogar schon den Zwinger betreten. Allerdings: Seine Stimmung kippt teilweise in Sekundenbruchteilen, ihm den Rücken zuzudrehen sei lebensgefährlich, so die Obfrau des Vereins "Secure Base - Kompetenzförderung für Herdenschutzhunde und Halter".

Pflegestelle konnte Raum nicht mehr betreten
"Dante" hat Glück, dass er bei Sissy Lippitz in Klagenfurt gelandet ist, ihm hätte sonst wohl die Einschläferung gedroht. Er ist ein trauriges Beispiel dafür, dass gerade im Tierschutz gut gemeint nicht automatisch auch gut gemacht ist. Der Herdenschutzhund aus Griechenland soll in seiner Heimat narkotisiert in eine Box geladen, eingeflogen und einer Tirolerin quasi ohne weitere Aufklärung ins Wohnzimmer gestellt worden sein. "Ich wollte nach 'Dante' schauen, als er aufgewacht war. Er fletschte er die Zähne und war in Angriffsposition, ein Betreten des Raumes war nicht mehr möglich", erinnert sich die entsetzte Romana Schennach, die eigentlich etwas Gutes tun wollte.

Amtstierarzt benötigte Narkosegewehr
Der herbeigerufene Hundetrainer und zwei Amtstierärzte waren sich sicher: Dieser Hund ist eine Gefahr für Mensch und Tier. Nur mithilfe eines Narkosegewehrs konnte man ihn überhaupt untersuchen und weiter transportieren. Sissy Lippitz bestätigt die Brisanz des Falles: "Ich bin zwar mittlerweile so weit, den Zwinger betreten zu können, aber andere Besucher werden nicht toleriert. Er dreht ab, sobald sich mein Mann oder Kinder näher als 20 Meter an den Zwinger heranwagen. Man muss mit 100 Prozent seiner Aufmerksamkeit bei ihm sein, sonst wird es brenzlig."

"Er wird handelbar werden, aber nie berechenbar"
Irgendwann einmal einen geeigneten Platz für "Dante" zu finden, wird schwierig. Sissy Lippitz: "Wenn er vermittelt wird, dann nur an an einen Haushalt ohne Kinder und andere Tiere, irgendwo am Land mit einem großem, gesicherten Zwinger und hohem Gartenzaun. Kein Freilauf, keine Spaziergänge. Er wird handelbar werden, aber niemals berechenbar. Das wird keine einfache Aufgabe!"

Amtstierarzt: "Hat mit Tierschutz nichts zu tun"
Paul Ortner, einer jener Tiroler Amtstierärzte, die mit dem Fall befasst waren, zeigt sich krone.at gegenüber schockiert: "Das ist ein Paradebeispiel für Auslandstierschutz, wie er nicht funktionieren sollte. 'Dante' ist nie und nimmer ein Familienhund, das Vorgehen des Vereins in diesem Fall war verantwortungslos, denn das hat mit Tierschutz nichts zu tun."

 krone.at
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