Sa, 18. August 2018

11.10.2006 16:20

Kinder - Täter

Das freie Wort


Die Gewalt unter Kindern insbesondere im Schulhof oder auf dem Schulweg nimmt zu. Bereits im Kindergarten sind Übergriffe von Kindern zu beobachten. Aus meiner Sicht ist das Resultat der anti-autoritären Erziehung. Kinder brauchen Regeln und Grenzen, um sich sicher zu fühlen und sich orientieren zu können.


Aus meiner Beratungspraxis weiß ich, dass es zum beliebten Erziehungstrend geworden ist, "Kinder alles untereinander ausmachen zu lassen". Dass Eltern aus Unkenntnis handeln sei ihnen verziehen, aber dass dieser "fahrlässige Erziehungsstil" oftmals auch in Expertenkreisen von Psychologen, Pädagogen und Erziehungsratgebern propagiert wird, halte ich für unverantwortlich!


Viele Eltern fühlen sich damit im allgemeinen Trend, davon ausgehend, dass es der Selbstständigkeit der Kinder dienen würde, ohne sich bewusst zu sein, sich damit der eigenen Verantwortung zu entziehen und Kinder damit überfordert sind.


Es gilt altersadäquat Kinder bei Konfliktregelungen anzuleiten und auch Werte wie Gerechtigkeit, Respekt und Wertschätzung vorzuleben und zu vermitteln. Auch Eltern sollten Fehler machen dürfen, vieles geschieht aus Unkenntnis und nicht aus böser Absicht. Jedoch gut gemeint, kann auch voll daneben gehen!


Ich möchte nicht, dass mein Kind ein Weltbild vermittelt bekommt, dass immer nur der "Stärkere" mit Ellbogentechniken gewinnt, sondern dass auch "Schwächere" in unserer Gesellschaft Schutz erfahren und Konflikte mit Köpfchen und Herz ausgetragen werden. Dieses Ziel ist keine sozialromantische Forderung, sondern notwendig, um eine gesellschaftliche konstruktive Streitkultur zu entwickeln, für die wir alle verantwortlich sind.




Margit Picher, Patchwork- Familien-Service, Verein für Elternteile & Familien im Wandel,Graz
erschienen am Do, 12.10.

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