Mi, 26. September 2018

Nazi-Thriller

21.12.2016 14:08

Freunde oder Feinde? Pitt & Cotillard in "Allied"

"Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt": Das war schon lange nicht mehr so treffend wie im Fall von Robert Zemeckis Weltkriegsmelodram "Allied" (Kinostart: 22. Dezember). Brad Pitt und Marion Cotillard spielen ein Paar, das sich während des Zweiten Weltkriegs in Casablanca für einen tödlichen Auftrag trifft, indem sie vorgeben, verheiratete Nazi-Sympathisanten zu sein.

Er ist Max Vatan, ein strammer, kanadischer Spion. Sie ist Marianne Beausejour, eine kokette Pariserin, die sich im französischen Widerstand bewährt hat. Sofort ist erkennbar, dass sie talentierter darin ist, die Hälfte eines Liebespaares zu spielen, als er. Ihr Gesicht strahlt, als sie ihn zum ersten Mal sieht, als ob sie seit Jahren in ihn verliebt wäre. "Ich halte die Gefühle für echt," erklärt sie ihm. "Das ist, warum es funktioniert."

Sandstürme wirbeln und Kugeln fliegen. Die gefährliche Mission glückt und die Gefühle scheinen tatsächlich echt zu werden. Die beiden heiraten, ziehen in ein schönes Haus in London und haben ein Baby. Sie haben sich ein malerisches Leben geschaffen - da erfährt Max, dass die Frau, die er liebt, womöglich nicht diejenige ist, die sie vorgibt zu sein. Oder ist sie es doch?

Nach einem Drehbuch von Steven Knight ("Tödliche Versprechen - Eastern Promises") liefert US-Regisseur Robert Zemeckis einen stilvollen, romantischen Spionagekrimi, der an jene erinnert, die in der Zeit seiner Handlung entstanden sind: Alfred Hitchcocks "Berüchtigt" ohne Zweifel - und ganz oben auf der Liste: "Casablanca", ein Werk das inzwischen zum Kulturgut gehört.

In unmittelbarer Hommage an den Oscar-prämierten Klassiker von 1942 findet der erste Teil von "Allied" in der marokkanischen Stadt um 1942 statt. Andere offene Referenzen beinhalten eine wichtige Szene auf einem Flugfeld und eine Anspielung auf jemanden, der die "Marseillaise" auf dem Klavier in Gegenwart einer Gruppe feindlicher Soldaten spielt. Es fehlt nur noch, dass jemand "Ich seh' dir in die Augen, Kleines" sagt, aber zum Glück war man dann doch nicht so unverfroren.

Wie schon seine Vorgänger ist "Allied" ein Film mit großen, melodramatischen Gesten und großen, schönen Schauspielern; voller Hakenkreuze, Zigarettenqualm und verborgener Leidenschaft. Es ist klassisch, aber nicht antiquiert. Der Film existiert harmonisch zwischen neuen und alten Modi des Hollywood-Kinos. Die erste Hälfte ist ein spannungsgeladener Thriller wie ein James Bond-Film, die zweite eine Mischung aus Beziehungsdrama und Kriegsintrige.

APA

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.