Sa, 18. August 2018

Das war zäh!

21.12.2016 05:21

VW erzielt Einigung über 3-Liter-Diesel in den USA

Volkswagen hat sich nach monatelangem Ringen auf einen Kompromiss für die Entschädigung von mehr als 80.000 Kunden in den USA mit umweltbelastenden Dieselautos geeinigt. Der Vergleich mit Behörden und Privatklägern sieht nach Angaben des zuständigen Bezirksrichters vor, dass die Eigner der betroffenen Fahrzeuge mit Drei-Liter-Motoren von Audi eine "erhebliche Entschädigung" erhalten.

Etwa 20.000 solche Fahrzeuge sollen zurückgekauft und die anderen umrüstet werden, sobald die Behörden die Freigabe dafür erteilen. Als Teil der Vereinbarung zahlt Volkswagen zudem 225 Millionen Dollar (216 Millionen Euro) in einen Fonds zur Wiedergutmachung für überhöhte Dieselabgase.

Volkswagen teilte mit, die Vereinbarung sei ein weiterer wichtiger großer Schritt, um die Abgaskrise aufzuarbeiten. Das Unternehmen habe eine Vereinbarung mit Klägern über wesentliche Aspekte des monetären Ausgleichs getroffen, den berechtigte Eigentümer und Leasingnehmer erhalten sollten. Die Höhe der Entschädigung wurde nicht genannt. Analysten schätzen die Kosten auf eine Milliardensumme. Außerdem sollen die Wolfsburger in Kalifornien drei zusätzliche Elektroautos auf den Markt bringen.

Die VW-Tochter hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software auch bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Liter Hubraum eingebaut zu haben, um die Abgaswerte zu manipulieren. Die Premiumtochter des Wolfsburger Konzerns ist für die Entwicklung von großen Motoren mit drei Liter Hubraum zuständig, die auch in Geländewagen von VW und Porsche eingebaut sind.

Mit der nun erzielten Einigung kann Volkswagen einen weiteren Brocken bei der Aufarbeitung des Abgasskandals aus dem Weg räumen, der vor gut einem Jahr in den USA ans Licht kam. Die Verhandlungen vor dem Bezirksgericht in San Francisco hatten sich hingezogen. Zuletzt hatte Richter Charles Breyer drei Mal einen Anhörungstermin verschoben, um den Druck zu erhöhen. Erst beim vierten Anlauf gelang nun der Durchbruch für das zweite Diesel-Paket.

Einigung auch in Kanada
Mittlerweile hat sich Volkswagen auch in Kanada mit Klägern geeinigt. Sie sollen umgerechnet bis zu 1,5 Milliarden Euro Schadensersatz für Dieselautos mit Zwei-Liter-Dieselmotoren mit manipulierter Abgasreinigung erhalten. Der angestrebte Vergleich mit Sammelklägern muss Ende März noch von zwei kanadischen Gerichten gebilligt werden. Er folgt dem Muster des bis zu 16,5 Milliarden Dollar teuren ersten Diesel-Pakets für rund 475.000 Dieselautos in den USA, der im Sommer geschlossen worden war.

VW hatte vor gut einem Jahr zugegeben, bei weltweit rund elf Millionen Autos die Abgasreinigung mit einer Software so zu steuern, dass die Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide auf dem Prüfstand eingehalten wurden, nicht aber auf der Straße. Bisher hat der Konzern 18,2 Milliarden Euro für die Aufarbeitung des Dieseldebakels beiseitegelegt. Weltweit stehen noch Klagen von Aktionären und Autokäufern aus, denn nur in den USA und Kanada zwingt das Gesetz VW zu teuren Zugeständnissen. In Europa sollen sich die Verbraucher damit begnügen, die Autos durch VW umrüsten zu lassen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.