So, 19. August 2018

CIA-Affäre

10.10.2006 13:02

Sudanese aus Wien berichtet von CIA-Folter

Ein seit 1989 in Wien lebender Sudanese hat am Dienstag vor dem Untersuchungsausschuss des Europäischen Parlaments zur CIA-Affäre von seiner Verhaftung in Jordanien und anschließender physischer und psychischer Folter berichtet. Dies sei noch dazu kein Einzelfall, schilderten Masaad Omer Behari und der "profil"-Journalist Otmar Lahodynsky vor dem Ausschuss.

Der seit 1989 in Österreich ansässige Masaad Omar Behari gab an, am 12. Jänner 2003 auf dem Rückflug vom Sudan beim Transit in Amman verhaftet worden und anschließend in einem Gefängnis des Geheimdienstes "GID" in dreimonatiger Gefangenschaft gewesen zu sein.

Während dieser Zeit sollte Behari mit Stockschlägen auf die Fußsohlen, Schlafentzug, angedrohter Hinrichtung und weiteren Foltermethoden dazu gebracht werden, Informationen unter anderem über eine Zelle der Terrorgruppe Al-Kaida in Wien und verschiedene Moscheen preiszugeben. Weder Kontakt zu seiner Familie noch zu einem Anwalt wurden ihm gestattet. Am 8. April 2003 wurde er freigelassen und kehrte nach Wien zurück.

"Als Muslim hat man keine Rechte"
"Ich habe nie gedacht, dass so etwas in der Welt passieren kann", so Behari vor dem CIA-Ausschuss. "Als Muslim hat man keine Rechte." In diesem Gefängnis haben sich laut Behari weitere Gefangene befunden, die unter anderem aus Frankreich und aus Großbritannien dorthin überstellt wurden. Auch "Human Rights Watch" habe Berichte von ähnlichen Fällen, so Lahodynsky. "Von vielen Leuten weiß bis heute niemand, wo die sind", sagte Behari.

Kooperation Österreichs mit der CIA?
Ebenfalls vor dem Ausschuss erörtert wurde die Rolle österreichischer Behörden. Die präzisen Fragen, die Behari in den Verhören im jordanischen Gefängnis über die Moslem-Gemeinschaft und ihre Moscheen in Österreich gestellt wurden, lassen die Vermutung zu, dass österreichische Behörden mit Geheimdiensten der USA oder Jordaniens kooperiert haben könnten, sagte Lahodynsky. Diese machen "viele illegale Sachen zusammen", so Behari.

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