Sa, 21. Juli 2018

Mars-Bilder

07.10.2006 15:11

"Grand Canyon" auf dem Mars

Der kleine Mars-Rover "Opportunity" hat erste Panorama-Bilder in Farbe von einen großen Mars-Krater zur Erde geschickt - und die NASA ist völlig begeistert. "Es ist, als stünde man am Grand Canyon und hat die Gelegenheit, von verschiedenen Seiten herunterzublicken, bevor man dann herabsteigt", schwärmte Wissenschaftler James Bell auf einer Pressekonferenz im Washingtoner Hauptquartier der US-Weltraumbehörde.

Die Fotos (siehe Infobox) wurden vom Rande des Victoria-Kraters aufgenommen, den "Opportunity" am 28. September erreicht hatte. Mit einer Breite von etwa 800 und einer Tiefe von 60 Metern ist es bei weitem der größte Krater, den der Roboter und sein "Zwilling", der Rover "Spirit", seit ihrer Ankunft auf dem Roten Planeten im Frühjahr 2004 besucht haben. "Die beiden haben uns (seit Beginn ihrer Mars-Mission) etwa 160.000 Fotos geliefert", sagte Bell. "Aber was wir diese Woche erhalten haben, ist auf den ersten Platz meiner Top-Ten-Liste gerückt."

Vor allem die Tiefe des Kraters hat die Wissenschaftler in Aufregung versetzt. Nachdem die Roboter bereits in der Vergangenheit Beweise für die frühere Existenz von Wasser auf dem Mars gefunden haben, versprechen sich die Experten nun von der Untersuchung der vielen verschiedenen freigelegten Krater-Gesteinsschichten detailliertere Erkenntnisse.

Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob es ständig Wasser auf dem Planeten gab oder nur ab und zu, und wenn Letzteres zutrifft, ob das in erkennbaren Zyklen erfolgte. Die NASA sagte zu den Fotos, dies sei der Beginn einer der wahrscheinlich "fruchtbarsten" Phasen in der Erforschung des Roten Planeten.

Funkstille zwischen Rover und NASA
Die ersten Krater-Fotos machte "Opportunity" von einer Ebene aus, die "Entenbucht" genannt wird. Demnächst soll sich der Roboter auf einen in den Schlund reichenden Gesteinsvorsprung vorwagen, den die Wissenschaftler "Cap Verde" getauft haben. Dann werden die Experten allerdings auf eine Geduldsprobe gestellt. Weil sich die Sonne jetzt zwischen Erde und Mars befindet, wird die NASA mehrere Wochen lang nicht mit "Opportunity" kommunizieren können.

Totgesagte leben länger
Ursprünglich hatte die Weltraumbehörde den Mars-Rovern nur eine Lebensdauer von je etwa drei Monaten eingeräumt. Mit mittlerweile mehr als 900 Tagen hat "Opportunity" auch die kühnsten Hoffnungen weit übertroffen. Und es gibt immer noch keine Anzeichen dafür, dass ihm die Puste ausgeht. "Er zeigt erste Alterserscheinungen, aber ist in guter Form, um den Victoria-Krater zu erforschen", sagte Rover-Projektmanager John Callas am Freitag.

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