04.10.2002 15:40 |

Unter Wasser

So schnell wie der Schall

Beim Untergang des russischen Atom-U-Bootes „Kursk“ starben alle 118 Besatzungsmitglieder. Trägt ein physikalisches Phänomen namens „Superkavitation“ indirekt daran Schuld?
Physik für Anfänger: Im Wasser istdie Reibung wesentlich höher als in der Luft, denn Wasserist dichter als Luft. Das ist auch der Grund, warum man im Schwimmbadvon einem 10m-Turm springen kann: Sobald man ins Wasser eintaucht,wird der Fall erheblich gebremst. Dementsprechend schwierig undenergieaufwendig ist auch die Fortbewegung im Wasser, denn dersich bewegende Körper muss einen immensen Strömungswiderstandüberwinden.
 
Deswegen schaffen U-Boote oder Torpedos auch nurGeschwindigkeiten von maximal 180km/h bzw. 80km/h. Doch bald könntedieser Fakt der Vergangenheit angehören, dank eines physikalischenPhänomens, dass seit Jahrzehnten als Problem für dieWissenschaft betrachtet wird: die Kavitation (siehe Link).
 
Wenn man ein Problem nicht beseitigen kann, mussman es zu seinem Vorteil nutzen. Und so kam der russische WissenschaftlerMikhail Merkulov bereits in den 60er Jahren auf die Idee, künstlicheine riesige Kavitationsblase zu schaffen, die ein Geschoss (Torpedo)komplett einhüllt. Aus Kavitation wurde Superkavitation(siehe Link).
 
Tatsächlich hat die US-Marine miteinem Superkavitationsgeschoss schon die Schallgrenze unter Wasserüberwunden. Und die beträgt immerhin das Viereinhalbfacheder Schallgeschwindigkeit in der Luft! Rund 5570 Kilometerpro Stunde lautet der stolze Rekord, den das Geschoss- wenn auch nur für kurze Zeit - erreicht hatte. Ein U-Bootdieser Bauart könnte locker die Concorde schlagen und ineiner Stunde von London nach New York tauchen. Davon träumenauch schon manche Techniker, unter dem Link "Zukunftunterwassermusik"kann man sich ein Unterwasserszenario im Jahre 2078 ansehen!
Sonntag, 20. Juni 2021
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