Mi, 14. November 2018

Abschussaufträge

24.11.2016 16:30

Jäger in Aufruhr: "Gegen Totschießprogramm!"

Dem Wild in Kärnten geht’s gut. Zu gut, meint der Rechnungshof, der - wie berichtet - die niedrigen Abschussquoten kritisiert. Und auch die Bezirkshauptmannschaften erlassen wegen der steigenden Wildschäden neue Abschussaufträge, die sogar vielen Jägern zu brutal sind. "Das ist ein Totschießprogramm", ärgert sich etwa Landesjägermeister Ferdinand Gorton.

Wie viel Wild in Kärnten unterwegs ist? Man weiß es schlicht nicht. Daher werden Abschusspläne nur aufgrund von alten Abschüssen und der erwarteten Reproduktion berechnet. "Es gibt aber in vielen Regionen zu viel Wild. Jahrzehntelang wurde aufgefüttert - erst seit etwa zwei Jahren sind wir in einer Reduktionsphase", berichtet Ferdinand Gorton von der Kärntner Jägerschaft. Das bedeutet in erster Linie, dass die Futterstellen für Rotwild geschlossen werden - von 427 im Jahr 2010 gibt es noch 285 und auch die sollen verschwinden. Gorton: "In Mitteleuropa ist es überhaupt nicht notwendig, Wild zu füttern! Nur in Notzeiten - bei extremen Temperaturen und hohem Schnee - muss man ihm helfen."

Die Überfütterung rächt sich: Weil immer mehr Wildschäden durch zu hohen Tierbestand gemeldet werden, erlässt die Behörde immer öfter gezielte Abschussaufträge. Diese scheren sich nicht einmal um Schonzeiten. Auch Landesjägermeister Gorton hat "null Freude", wenn Bescheide etwa die Bejagung in Perioden erlauben, in denen Weibchen bereits trächtig sind. "Das ist ein Totschießprogramm!" Seine Alternative: "Die Jäger nicht strafen, sondern motivieren, ihre Abschüsse zu erfüllen."

Vor der Forderung des Rechnungshofes, in Kärnten mehr Wild-Ruhezonen auszuweisen, warnt Gorton: "Das gibt Ärger. Denn fast alle Almen nördlich der Drau wären ab 1600 Metern als Ruhezonen geeignet", so Gorton. Dann dürften sich aber Tourengeher, Bergsteiger, Paragleiter nirgendwo mehr frei bewegen!

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