Herzerlbaum ade:

Darum ist Liebe am Christkindlmarkt heuer verboten

Gleich vorweg: Die Stadt Wien kann nichts dafür! Aber dennoch: Das "Aus" für den beliebten Herzerlbaum beim Christkindlmarkt am Rathausplatz schlägt weiter hohe Wellen - ein Rechtsstreit zwischen Erfinder und neuem Marktbetreiber verhindert, dass dort die Lichterln leuchten. Und langsam wird es richtig ungut: Mitarbeiter der Wien Marketing, die heuer erstmals für den Christkindlmarkt verantwortlich sind, werden am Telefon wüst beschimpft...

Die Vorgeschichte: Seit heuer ist erstmals die Stadt Wien Marketing für den Christkindlmarkt am Rathausplatz verantwortlich. Vorher hatte 30 Jahre lang die Firma Kreitner und Partner das Konzept entwickelt und den Markt gestaltet. Der Herzerlbaum ist ihre Erfindung.

Neuer Betreiber verbietet Herzerlbaum...

Als der Gemeinderat Ende Juni entschied, den 1,5 Millionen Euro schweren Auftrag nicht mehr an ihren langjährigen Partner zu vergeben, sondern intern, war damit die Türe zu. Roman Kreitner sieht eine Verletzung des Vergaberechts, weil es keine Ausschreibung gegeben hat und hat nun Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.

... und droht Bürgermeister Michael Häupl mit Klage

Außerdem verbot er jede Verwendung des Herzerlbaums, weil der seine Erfindung sei - und drohte Bürgermeister Michael Häupl eine Klage wegen Verletzung des Urheberrechts an: Der Herzerlbaum tauche nach wie vor in Werbebroschüren der Stadt auf. Die wiederum erwägt nun ebenfalls rechtliche Schritte.

So sieht der Herzerlbaum heute aus:

Dass Weihnachten das Fest der Liebe ist, kann man derzeit also nicht bemerken. Der Baum ist aber weiterhin beleuchtet...

"Wir können doch gar nichts dafür!"

In den Räumen der Stadt Wien Marketing schrillen dauernd die Telefone: Alle Anrufer beschweren sich darüber, dass es den Herzerlbaum nicht mehr gibt und beschimpfen die Angestellten. "Es ist zum Verzweifeln, wir können doch gar nichts dafür", ärgert sich eine eingeschüchterte Mitarbeiterin. "Ich wurde angebrüllt, ob ich überhaupt Kinder habe und mir vorstellen könne, wie schlimm das für sie sei", sagt eine andere.

Die Rückkehr des Herzerlbaums mittels App:

Ein virtueller Ausweg zeichnet sich aber ab: Der Baum soll mit Augmented Reality und einer speziellen App virtuell beleuchtet werden. Wer den Rathausplatz dann über sein Smartphone betrachtet, wird dort auch wieder den Herzerlbaum stehen sehen.

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zet

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