Sa, 15. Dezember 2018

Nachfrage riesig

18.11.2016 09:40

Millionengeschäft mit Drogen in Innsbruck

Für die jüngste Häufung von Gewalttaten in Innsbruck ist die Nordafrikaner-Szene hauptverantwortlich: Diese Einschätzung stammt von Stadtpolizeichef Martin Kirchler. Er betont, dass die Polizei auf vielen Ebenen Maßnahmen ergriffen hat. Doch der Erfolg ist überschaubar. Die Drogendealer scheffeln weiter Millionen!

Seit 15 Jahren beherrschen die Nordafrikaner den Drogenmarkt in Innsbruck und darüber hinaus - zuletzt wurde wieder ein Suchtgiftring gesprengt, der mit über 80 Kilo Drogen dealte (die "Krone" berichtete). Der harte Kern der Szene besteht aus 50 bis 80 Personen. Fast ebenso viele sitzen im Gefängnis: "65 sind es aktuell in der Justizanstalt Innsbruck", so Stadtpolizeichef Martin Kirchler. Auch Abschiebungen finden hin und wieder statt: Fünf bis zehn Personen seien es pro Jahr.

Den nackten Zahlen der Kriminalstatistik zufolge hat sich die Sicherheitslage in Innsbruck in den letzten 10 bis 15 Jahren kaum geändert. In jüngster Zeit sei aber eine Häufung von Delikten mit einem kriminellen Potenzial zu beobachten, "das für Kopfschütteln sorgt", sagt Kirchler. "Auch hier gehen die meisten Taten auf’s Konto der Nordafrikaner."

Dass sich die Szene derart "festfressen" konnte, hat viele Gründe. Einer davon: "Wir haben es mit einer Gruppe zu tun, bei der die generalpräventive Wirkung des Strafrechts versagt. Wenn jemand nichts zu verlieren hat und als Gruppe auftritt, dann wird’s schwierig für Polizei und Justiz."

Drogen-Nachfrage ist riesig!

Die Polizei habe jedenfalls Maßnahmen ergriffen, die über Fußstreifen weit hinausgehen. Bisheriger Erfolg 2016: Minus 5 % bei den Delikten. Im Fokus sei auch die Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen mit dem Ziel, "die Leute von der Straße zu holen." Mit der PI Bahnhof, die ab Feber 2017 in Betrieb geht, wird die Forderung nach mehr Präsenz erfüllt. Zwölf Planstellen gibt’s zusätzlich.

Doch der Nordafrikaner-Szene wird das nicht den entscheidenden Schlag versetzen: "Da geht’s um ein Millionen-Geschäft mit großer Nachfrage. Die zu erwartenden Strafen stehen in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Einnahmen."

Hoher Kontrolldruck durch Polizei

Man werde weiterhin alle polizeilichen Möglichkeiten ausschöpfen, auch wenn dies viele Ressourcen binde - und auch wenn der Erfolg überschaubar sei: "Wir können die Situation bestenfalls regulieren. Die Maßnahmen, die wirklich greifen würden, liegen nicht in unserem Bereich." Kirchler nennt hier Rücknahmeabkommen und vermehrt Altersfeststellungen bei Verdächtigen im Asylverfahren.

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