Fr, 20. Juli 2018

02.10.2006 10:30

"Ein Staudamm, der alles vernichtet!"

Das freie Wort
Ich möchte mich herzlich für Ihren ausführlichen Bericht zum Ilisu-Staudamm bedanken und dazu wie folgt Stellung nehmen:

Im Osten der Türkei soll durch die österreichische VA Tech Hydro/Andritz der Megastaudamm Ilisu errichtet werden. Trotz ungelöster sozialer Probleme, ökologischer Zerstörung, Zwangsumsiedelung von mehr als 50.000 Menschen und Verarmung der Bevölkerung. Nach langjährigen lokalen und internationalen Protesten soll jetzt doch gebaut werden - mit Hilfe von österreichischen Steuergeldern.

Nichtregierungsorganisationen wie ECA-Watch, Amnesty International, WWF, weed, Global 2000 und Greenpeace kommen nach umfangreicher Prüfung zu dem Schluss, dass bei diesem Projekt international geforderte Standards im Menschenrechts-, Sozial- und Umweltbereich nicht eingehalten werden.

Österreich darf und kann es sich nicht leisten, Projekte zu unterstützen, die europäische und internationale Regeln unterlaufen. Österreichische Vorzeigeunternehmen dürfen nicht für Menschenrechtsverletzungen in Krisenregionen mitverantwortlich sein.

Daher forderte ich die österreichische Bundesregierung auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und gegen die Übernahme von staatlichen Exporthaftungen zu stimmen. Sowohl die österreichischen Steuerzahler, die letztlich das Risiko zu tragen haben, als auch die von diesem Megaprojekt betroffenen Menschen werden es ihnen danken.




Dr. Günther Hye, Innsbruck
erschienen am Mo, 2.10.

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