Mo, 22. Oktober 2018

Nationalpark Gesäuse

07.11.2016 16:53

Gerüstet für die Rückkehr der Luchse

Der Luchs kommt zurück! In den vergangenen Jahren häufen sich Nachweise der seltenen Wildkatze im Gebiet zwischen Eisenerz und Admont, zuletzt tappte ein Prachtexemplar bei Gstatterboden in die Fotofalle. Um relevante Informationen auszutauschen - vor allem aber, um Problemen vorzubeugen - wurden jetzt in der Region eigene Luchsexperten ausgebildet.

"Luchse galten in Österreich als ausgestorben. In den letzten Jahren häufen sich nun aber wieder Nachweise dieses edlen Wildtieres. Auch in der Steiermark, besonders im Gebiet zwischen Eisenerz und Admont", weiß Alexander Maringer vom Nationalpark Gesäuse. Grund genug, um initiativ zu werden: "Luchse sind zwar im Gegensatz zu Wolf und Bär Kulturflüchter, weshalb es höchst selten zu Konflikten mit Jagd oder Viehwirtschaft kommt. Dennoch wollten wir gut vorbereitet sein", sagt Maringer.

Gemeinsam mit der örtlichen Jägerschaft wurde eine eigene Luchsgruppe gegründet, Berufsjäger der Region ließen sich in den vergangenen Monaten zu Luchsexperten ausbilden. Auch ein spezielles "Risse-Seminar" wurde kürzlich absolviert: "Dabei haben wir gelernt, wie man überhaupt zuordnen kann, dass ein Luchs zugeschlagen hat. Auch das Lesen von Fährten stand auf dem Programm", erzählt Alexander Maringer.

Kehren die 3 großen Räuber wieder zurück?
Für den Experten steht jedenfalls fest, dass man mit den drei großen Räubern Bär, Wolf und Luchs heute jederzeit rechnen muss. Dennoch bestehe keinerlei Grund zur Panik: "Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es schon bald zu vermehrten Auftritten kommen wird. Zudem zieht der Luchs ja ständig weiter, sein Revier ist bis zu 100 Quadratkilometer groß. Kann er die Beutetiere nicht mehr überraschen, macht er sich auf die Weiterreise", weiß Aufsichtsjäger Manfred Blümel.

Interview mit Aufsichtsjäger Manfred Blümel:
"Krone": Herr Blümel, Sie ließen sich zu einem Luchsexperten ausbilden. Warum?
Manfred Blümel: Eine gute Ausbildung ist wichtig, um überhaupt erkennen zu können, wann man es mit einem Luchs zu tun hat. Die allermeisten ,Luchsnachweise’ sind in Wirklichkeit gar keine.

"Krone": Was sind untrügerische Zeichen?
Blümel: Luchse fressen in der Regel Rehe. Findet man bei einem gerissenen Tier vorne am Hals Bissspuren, deutet das schon einmal auf einen Luchs hin. Zudem geht die Wildkatze in erster Linie auf die Muskelmasse. Wird der Luchs nicht gestört, arbeitet er seine Beute sehr gründlich auf - bis wirklich nur noch das Skelett übrig bleibt.

"Krone": Wie stehen Sie einer Rückkehr der streng geschützten Tiere gegenüber?
Blümel: Das Wichtigste ist die Aufklärung. Kommt es zu einer Wilderei wie zuletzt in Oberösterreich, ist das aufs schärfste zu verurteilen. Große wirtschaftliche Schäden sind nicht zu befürchten, da der Luchs ja ständig weiterzieht. Und ein Wanderer bekommt die scheuen Wildkatzen sowieso nicht zu Gesicht!

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