Di, 21. August 2018

"Dämmerungs-Coups"

28.10.2016 16:25

Einbrecher: Binnen 2 Sekunden ist Fenster geknackt

Wie auf Knopfdruck startet zu Beginn der dunklen Jahreszeit wieder die Hochsaison für Dämmerungseinbrecher! Allein im Vorjahr zählte die Tiroler Polizei fast 140 Coups - rund ein Viertel davon konnte geklärt werden. Um es Langfingern möglichst schwer zu machen, wird nun verstärkt auf Prävention gesetzt. Denn: In nur zwei Sekunden ist ein ungesichertes Fenster geknackt!

Donnerstag Abend, mitten in Pfaffenhofen: Unbekannte Ganoven brachen in eine Wohnung eines Mehrparteienhauses ein, durchwühlten sämtliche Räume und machten sich dann mit mehreren Hundert Euro aus dem Staub. Von den Tätern fehlt bislang jede Spur

Schauplatzwechsel: Bereits am Nationalfeiertag knackten Kriminelle eine Wohnungstür in Innsbruck auf, sie stöberten eilig in den Habseligkeiten der Besitzer herum und ließen unter anderem Schmuck, einen Laptop und Bargeld mitgehen.

Diese beiden Coups sind gewiss keine Einzelfälle. Im Gegenteil! Sie spiegeln genau das wider, was auf Tirol in den kommenden Monaten zukommen wird. Denn Dämmerungszeit ist bekanntlich Einbruchszeit!

136 Coups in der "Vorsaison"

Das beweisen auch die Zahlen aus der "Vorsaison": "Von Oktober 2015 bis Ende März wurden 136 Dämmerungseinbrüche verzeichnet, bei 29 Fällen blieb es beim Versuch", erklärt Katja Tersch vom Landeskriminalamt Tirol. 37 Straftaten konnten geklärt werden - das entspricht einer Aufklärungsquote von immerhin 27 Prozent. Zudem konnten vier Tätergruppen sowie ein Einzeltäter - alle aus Osteuropa - gefasst werden. Bei neun von zehn Coups waren übrigens Ein- oder Mehrfamilienhäuser betroffen.

Auch wenn die bisherige Bilanz für 2016 derzeit noch erfreulich ist (Rückgang von 30 Prozent bei Einbrüchen), will man bei der Polizei nichts dem Zufall überlassen. So kündigt LKA-Chef Walter Pupp etwa eine erhöhte Streifentätigkeit und ein größeres "DNA-Kontingent" an, um Spuren noch besser bearbeiten zu können.

"Einbrecher haben es stets eilig"

Präventionsexperte Hans-Peter Seewald hingegen setzt direkt bei den Haus- und Wohnungsbesitzern an. Abgesehen von den ganz simplen Tricks - wie Zeichen der Abwesenheit verhindern, Fenster ganz verschließen oder Bewegungsmelder anbringen - sollten potenziell Gefährdete auch mehr auf mechanische Hilfsmittel bauen. Ein Versuch gibt ihm recht: Während etwa ein einfaches, ungesichertes Fenster binnen zwei Sekunden problemlos geknackt werden kann, ist dies bei einem mit speziellen Verriegelungssystemen oder "einbruchshemmenden" Beschlägen schier unmöglich - zumindest nicht schnell und ohne groß aufzufallen. Denn nach wie vor gilt: "Einbrecher suchen sich Schwachstellen und haben es eilig!"

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