27.09.2006 16:49 |

Gar nicht positiv

Raucher haben dreimal höheres HIV-Risiko

Raucher haben offenbar ein größeres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, als Nichtraucher. Den Ergebnissen einer groß angelegten Metastudie zufolge ein bis zu dreimal so hohes! Ursache dafür dürfte unter anderem sein, dass durch Tabakkonsum die Anfälligkeit für Infektionen erhöht wird.

Zu diesen Ergebnissen kommt ein Wissenschaftsteam rund um Dr. Andrew Furber, das eine Meta-Analyse mehrerer Studien zum Zusammenhang von Rauchen und HIV durchgeführt hat.

Neben dem erhöhten Infektionsrisiko vermuten die Forscher, dass Raucher eher geneigt sind, sexuelle Risiken einzugehen. Sie entdeckten allerdings auch, dass Rauchen das Fortschreiten von HIV zu einem Ausbruch von AIDS nicht beschleunigt.

Bis zu dreifaches Risiko
Die Wissenschaftler erforschten 13 wissenschaftliche Datenbanken sowie drei Datenbanken von aktuellen internationalen AIDS-Konferenzen, analysierten entsprechende Webseiten und befragten Experten. Von den 3.500 Studien bezogen sich sechs auf den Zusammenhang zwischen Zigarettenrauch und HIV. Fünf davon kamen zum Ergebnis, dass Rauchen das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, um 60 bis 300 Prozent steigert.

"Wir wissen, dass Tabak in die Blutbahn aufgenommen werden kann und somit das körpereigene Immunsystem beeinflusst", erklärt Furber. Dem Forscher zufolge haben frühere Studien zwar bereits gezeigt, dass Tabak das Risiko auf Geschlechtserkrankungen steigert, aber es sei das erste Mal, dass HIV und Rauchen miteinander in Verbindung gebracht wurden.
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