Mo, 16. Juli 2018

Bauern-Wahl

18.10.2016 19:48

Landwirte haben viele Stimmen!

71.989 "Wahlberechtigte" sind am 6. November zu den Urnen gerufen, um das Kärntner Bauernparlament zu wählen. Doch tatsächlich sind es viel weniger Landwirte und Grundbesitzer. Der Grund: Viele haben einfach mehrere Stimmen. Etwa Priester, die für mehrere Pfarren zuständig sind, die Pfarrwälder haben.

Als "verdammt demokratisch" bezeichnet Landwirtschaftskammer-Direktor Hans Mikl das Bauernwahlrecht. Auch wenn’s für viele Außenstehende nicht so durchschaubar ist. Denn während bei einer Gemeinderats-, Landtags- oder Bundesratswahl jede Person nur eine Stimme hat, ist das Recht zu wählen bei der Landwirtschaftskammer direkt mit einem Grundbesitz und dessen Bewirtschaftung verbunden.

"So gibt es etwa Bauern, die fünfmal wählen dürfen", so Mikl, weil "sie auch die Obmänner von vier Agrargemeinschaften sind."

Besonders oft zur Urne schreiten werden Kärntens Priester. Etwa dann, wenn sie für mehrere Pfarren und deren Pfarrpfründe zuständig sind. "Diese Gründe haben seinerzeit Adelige den Kirchen geschenkt, damit sie den Pfarrern als Einnahmequelle dienten", sagt Generalvikar Engelbert Guggenberger, der auch selbst für die Katholische Kirche mehrfach zur Urne gerufen ist: "Ich werde mit dem Bischof vorab besprechen, welcher Kandidat und welche Gruppierung am ehesten unsere Interessen vertritt."

Sogar Landwirtschaftskammer-Präsident Hans Mößler kann sich selbst doppelt wählen: Als Bauer und als Vertreter der Landwirtschaftskammer.

Die Wahl des Bauernparlaments wird also spannend wie nie zuvor, denn nach der Änderungen im Wahlrecht (Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre, Stimmrecht für Altbauern und alle, die am Hof mithelfen) gibt es dieses Mal gleich 20.000 mehr Wahlberechtigte.

Wer wahlberechtigt ist, das entschieden Wahlkommissionen in den Gemeinden. Mikl dazu: "Einige Kommissionen waren bei der Auslegung der Regeln großzügiger, andere sehr restriktiv."

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