So, 22. Juli 2018

Tage ohne Tampon

19.10.2016 11:03

"Freie Menstruation": So funktioniert die Methode

Immer mehr Frauen weltweit verzichten bewusst auf Hygieneartikel wie Tampons oder Binden während der Menstruation. Wir verraten Ihnen, wie die sogenannte "Freie Menstruation" oder das "Free Bleeding" funktioniert.

Die "Freibluterinnen"-Bewegung hat ihren Ursprung in den USA, wo besonders Feministinnen sich für einen offenen Umgang mit der weiblichen Periode einsetzen. Doch dies ist für viele Frauen nicht der Grund, Binden und Co. wegzulassen. Hygieneartikel belasten die Umwelt, immer wieder werden auch krebserregende Substanzen in den doch sehr nah am oder eben auch im Körper getragenen Produkten gefunden und in vielen Ländern werden diese auch noch hoch besteuert und sind damit unverhältnismäßig teuer.

Frauen, die auch mit Mooncups (Menstruationstassen) keine große Freude haben, versuchen deshalb immer häufiger, stattdessen auf ihren Körper zu hören und der Natur ihren Lauf zu lassen. Bonus: Angeblich soll "Free Bleeding" auch Krämpfe lindern.

Blut fließt in Intervallen
Und so funktioniert es: Während der Periode fließt das Blut nicht ununterbrochen, sondern in Intervallen. Diese Intervalle, gilt es zu erkennen. Das Blut sammelt sich zuerst in einem Hohlraum über dem Muttermund. Dort wird es eine Weile gehalten. Wenn der Druck oder die Krämpfe im Unterleib stärker werden, ist an der Zeit, die Toilette aufzusuchen und für die Entleerung zu sorgen.

Anfangs sollte man lieber öfter - mindestens einmal in der Stunde - auf die Toilette gehen, bis man die Zeichen des eigenen Körpers unmissverständlich herausgefunden hat. Auch empfiehlt es sich, in der Probephase noch eine Binde zu tragen. Nachts muss man sich den Befürworterinnen zufolge ebenfalls keine Sorgen machen. Der Blutfluss sei im Liegen geringer und sammle sich vor dem Muttermund. Man solle ruhig aufstehen und langsam ins Bad gehen.

Weltweit bekannt wurde die Methode übrigens durch Kiran Gandhi, die im August 2015 ohne Tampon den Londoner Marathon bestritt.

Sie erklärte: "Es wäre viel zu unbequem gewesen, sich 26,2 Meilen lang Gedanken um einen Tampon zu machen. Ich dachte, wenn es jemanden gibt, dem die Gesellschaft nicht zu nahe tritt, dann ist es ein Marathonläufer. Auf der Marathonstrecke kann Sexismus besiegt werden - wo das Stigma der weiblichen Periode irrelevant ist und wir die Regeln nach unseren Wünschen umschreiben können. Wo das Wohlgefühl einer Frau wichtiger wird als das des Beobachters. Ich lief mit Blut an meinen Beinen für die Schwestern, die keinen Zugang zu Tampons haben, und für die Schwestern, die ihre Periode trotz Krämpfen und Schmerzen verstecken und so tun, als gäbe es sie nicht. Ich lief, um zu sagen: Sie existiert und wir leben jeden Tag damit."

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