Mo, 23. Juli 2018

Bis zu 144 Prozent!

14.10.2016 11:59

AK kritisiert saftige Preisspanne bei Getränken

Cola, Mineral, Kaffee, Bier, Weißer Spritzer - die AK Tirol hat in 60 heimischen Wirtshäusern die Getränkepreise unter die Lupe genommen und dabei zum Teil enorme Preisunterschiede festgestellt. Beim gespritzten Apfelsaft (0,5 l) schwanken die Preise sogar zwischen 1,80 und 4,40 Euro - eine Preisspanne von 144 Prozent!

"Immer wieder werden Beschwerden über die teilweise enorm hohen Preise auf den Getränkekarten heimischer Gastronomiebetriebe laut", heißt es von Seiten der AK Tirol. Doch wie sieht die Situation wirklich aus? Um diese Frage zu klären, erhoben die Konsumentenschützer in 60 Tiroler Wirtshäusern (zwei weitere verweigerten die Teilnahme) aus allen Bezirken die Getränkepreise. "Das Ergebnis zeigt, dass die Preisunterschiede teilweise sogar eklatant sind", erklärt die AK.

Gespritzter Apfelsaft zwischen 1,80 und 4,40 Euro

Für 0,33 l Mineralwasser in der Flasche verrechnen die teilnehmenden Wirtshäuser etwa zwischen 2 Euro und 2,90 Euro - ergibt eine Preisspanne von 45 Prozent. Erhebliche Preisunterschiede von bis zu 62 Prozent wurden auch bei Fruchtnektar aus der 0,2 l Flasche verzeichnet. Während mancher Wirt 2,10 Euro verlangt, kassieren andere dafür 3,40 Euro. Wird das Getränk mit Leitungswasser auf 0,5 l aufgespritzt, wird mancherorts ein erheblicher Aufpreis verlangt: Zwischen 2,10 Euro und 4 Euro kostet die Saft-Wasser-Mischung, was einer Preisspanne von 90 Prozent entspricht. Am eklatantesten sind die Preisunterschiede bei mit Leitungswasser gespritztem Apfelsaft (0,5 l). Während Durstige in manchen Gasthäusern lediglich 1,80 Euro dafür bezahlen, müssen sie bei anderen Wirten tief in die Tasche greifen: Denn es werden auch schon einmal gut und gerne 4,40 Euro verlangt.

"Freie Preisgestaltung ist gut"

"Den ortsüblichen Preis gibt es nicht mehr - und das ist gut so", erklärt Peter Trost von der WK Tirol die freie Preisgestaltung und kritisiert die Erhebung der AK. "Manche Wirte sind bei Speisen, manche bei Getränken teurer. Jeder muss selbst kalkulieren, wie er über die Runden kommt. Der Gast kann ja auch selbst entscheiden, was er konsumiert."

Positiv für Geldbeutel und Durst: In fast allen Lokalen ist Leitungswasser gratis.

INTERVIEW: "Jeder Wirt soll selbst die Preise gestalten"

Peter Trost, GF der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer, findet es gerechtfertigt, dass Getränkepreise in Wirtshäusern variieren.

Herr Trost, wie kommt es zu den teilweise enormen Preisunterschieden bei Getränken in Wirtshäusern?

Den ortsüblichen Preis wie früher gibt es nicht mehr - Gott sei dank! Jeder Wirt soll selbst seinen Verkaufspreis wählen dürfen, schließlich gibt es auch Unterschiede etwa bei der Pacht oder beim Wareneinkauf. Manche Wirte sind eben beim Essen billiger oder teurer, manche bei Getränken. Und es kann ja auch jeder Gast selbst aussuchen, wo und was er konsumiert.

Ist die Kritik der Arbeiterkammer Tirol Ihrer Meinung nach gerechtfertigt?

Es ist schon eigenartig, wenn die Kritik von jemandem kommt, der ständig höhere Löhne im Tourismus und in der Gastronomie fordert. Dass diese Arbeitnehmer für ihre Dienste ordentlich bezahlt werden sollen, steht außer Frage. Aber wie das gehen soll, wenn man für Getränke nicht mehr das verlangen darf, was man braucht, um über die Runden zu kommen, muss mir die AK erst einmal erklären.

Sollte man Ihrer Meinung nach für Leitungswasser bezahlen müssen?

Viele glauben, dass man für das Wasser bezahlt, sie vergessen dabei aber die Dienstleistung - auch Wassergläser müssen abgespült und serviert werden. Es ist natürlich auch ein Unterschied, ob jemand nur Leitungswasser trinkt oder zu einem Kaffee oder zum Wein dazu.

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