Mo, 10. Dezember 2018

Profibande am Werk

06.10.2016 06:18

Pensionist bei Aktiendeals um 2,3 Mio. € betrogen

Ein Pensionist aus Unterkärnten ist über Jahre hinweg bei Aktiengeschäften um rund 2,3 Millionen Euro betrogen worden. Er kaufte amerikanische Papiere, bezahlte exorbitante Gebühren an Bankkonten in den USA, auf den Philippinen und in Tschechien. Laut Polizei hat er keinen einzigen Euro verdient, die Beamten gehen von einer Profibande aus. Am Mittwoch erstattete er Anzeige.

Vor zehn Jahren hatte der Mann über vermeintliche Börsehändler US-Aktien im Wert von einigen Hunderttausend Euro gekauft. Die Kommunikation mit den Vermittlern lief über Telefon und Fax. Er bekam Hochglanzbroschüren und farbenprächtige Wertpapiere zugeschickt und war überzeugt davon, dass es sich um ein seriöses Geschäft handle. Die Aktien behielt er und kümmerte sich nicht weiter darum. Vor zwei Jahren schließlich trat eine angebliche Vermittlerfirma, die behauptete, in Tokio zu sitzen, an den Mann heran und erklärte, man wolle ihm seine US-Oil&Gas-Aktien abkaufen. Zuvor schwatzten ihm die Interessenten aber noch weitere Aktien um etliche Zehntausend US-Dollar auf, die der Pensionist auf eine philippinische Bank überwies.

Bei 9000-Dollar-Gebühren stutzig geworden
Anfang dieses Jahres erhielt er einen fingierten Gerichtsbeschluss vom "Federal Court District of Iowa", ihm stehe eine Rückerstattung von einigen Hunderttausend Dollar zu, dafür müsse er aber Gebühren von 9000 Dollar (rund 8000 Euro) überweisen. "Da ist ihm die ganze Geschichte zum ersten Mal seltsam vorgekommen", sagte Chefinspektor Franz Truschner. Sein Bankbetreuer habe ihm davon abgeraten, das Geld zu überweisen, das habe er dann auch befolgt.

Bankgarantie gefälscht
Allerdings fiel er auf einen angeblichen Vermittler aus Irland herein, der behauptete, dem Pensionisten seine sämtlichen Aktien um knapp drei Millionen Euro abzukaufen. Er wickle diesen Deal aus steuerlichen Gründen für einen Engländer ab, daher müsse der Verkäufer zuerst Gebühren auf ein tschechisches Konto überweisen. Der Kärntner bezahlte erneut, erhielt aber bis heute keinen Euro. Mitte 2016 erhielt er schließlich vom japanischen "Consolitations Committee" eine Verständigung, dass eine internationale Bank mehrere Hunderttausend US-Dollar auf seinen Namen halten würde. Die Bankgarantie der philippinischen Nationalbank stellte sich jedoch als Fälschung heraus.

"Professioneller Betrüger"
Dann entschloss sich der Pensionist, doch zur Polizei zu gehen. "Wir gehen davon aus, dass es sich um professionelle Betrüger handelt", sagte Truschner. Die Chance, dass der Geschädigte sein Geld zurückbekommen könnte, sei angesichts der zahlreichen ausländischen Bankverbindungen sehr gering.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Kritik an US-Präsident
Meryl Streep: „Ich habe Angst vor Trump“
Adabei
Mit zwei Badezimmern
Messi kauft sich Privatjet für 13 Millionen Euro
Fußball International
Großfahndung in Steyr
Mädchen (16) ermordet: Verdächtiger flüchtig
Oberösterreich
„Stolzer, starker Bub“
Australien trauert um Muskelprotz-Känguru „Roger“
Video Viral
Exklusiv gefahren!
Hyundai Veloster N: Ferner Star der Kompaktraketen
Video Show Auto
Geschmacklos
„Tod dem BVB!“ Schalke-Fans bejubeln Bombenleger
Fußball International
7 Stunden bewusstlos
Rätsel um mysteriösen Absturz von Bursch (18)
Oberösterreich
Rapid im Mittelpunkt
Aufteilung der TV-Gelder: Die Liga ist gespalten
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.