Di, 11. Dezember 2018

Kaine vs. Pence

05.10.2016 06:33

Hartes Duell der US-Vizepräsidenten-Kandidaten

Rund eine Woche nach der ersten TV-Debatte der US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump sind auch deren Bewerber für die Vizepräsidentschaft in ihrem direkten Duell hart aneinandergeraten. In ihrer Fernsehdebatte in der Nacht auf Mittwoch erhoben sowohl Senator Tim Kaine von den Demokraten als auch der republikanische Gouverneur Mike Pence den Vorwurf, dass das gegnerische Lager eine auf "Beleidigungen" basierende Kampagne betreibe.

Die Debatte in der Kleinstadt Farmville im Bundesstaat Virginia war geprägt von zahlreichen Unterbrechungen und Angriffen Kaines und Pences auf die potenziellen Chefs ihres jeweiligen Gegners.

Kaine: Trump ist ein Egoist
Kaine beschuldigte Trump, von bloßen egoistischen Zielen getrieben zu sein. Der Immobilienmogul setze "immer sich selbst an die erste Stelle". Seine geschäftliche Karriere habe er "auf dem Rücken kleiner Leute" aufgebaut. Trump habe zudem Versprechen gebrochen, indem er sich weigert, seine Steuerunterlagen zu veröffentlichen. Während seiner Wahlkampagne habe er dann auch Immigranten und Frauen beschimpft.

Kaine bezeichnete Trump auch als Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Er bezog sich auf eine Äußerung des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, der gesagt hatte, ein "Idiot oder Irrer" mit einer Atomwaffe könne eine Katastrophe auslösen. "Und ich denke, das ist der Chef von Gouverneur Mike Pence", sagte Kaine. Der Republikaner Pence reagierte darauf mit einem Gegenangriff: "Senator, Senator, das war sogar unter dem Niveau von Ihnen und Hillary Clinton, und das ist schon recht niedrig."

Pence geißelt Clintons Außenpolitik-Bilanz
Pence griff Clintons Bemerkung auf, die Hälfte der Trump-Anhänger seien "beklagenswerte" Menschen. Der Gouverneur des Bundesstaates Indiana bewertete diese Äußerung als wesentlich schlimmere Beleidigung als alles, was Trump im Laufe seines Wahlkampfs gesagt habe. Die Demokratin hatte die Bemerkung allerdings im Nachhinein bedauert. Pence griff Clinton auch heftig wegen ihrer "katastrophalen" Bilanz als frühere Außenministerin an. Während ihrer Amtszeit seien die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat erstarkt und der Nahe Osten "außer Kontrolle" geraten. Diese Entwicklungen seien das Resultat von Clintons "schwacher Außenpolitik".

Ungewöhnlich scharfe Kritik an Russland
Pence übte aber auch ungewöhnlich scharfe Kritik an Russland. Er warf der Führung von Präsident Wladimir Putin vor, korrupt zu sein. Pence trat bei dem Duell am Dienstagabend zudem dafür ein, im syrischen Bürgerkrieg eine harte Linie gegenüber Moskau zu verfolgen: "Die Provokationen durch Russland müssen mit amerikanischer Stärke beantwortet werden. Wenn sich Russland weiterhin an barbarischen Angriffen auf Zivilisten in Aleppo beteiligt, müssen die USA darauf vorbereitet sein, das Assad-Regime militärisch anzugreifen, um eine humanitäre Katastrophe in Aleppo zu verhindern."

Trump hatte sich in der Vergangenheit immer wieder bewundernd über Putin geäußert und sich für eine Kooperation mit Russland in Syrien stark gemacht. Allerdings fielen diese Äußerungen, bevor die USA den Dialog mit Russland über den Bürgerkrieg abgebrochen hatten.

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