01.10.2016 14:55 |

Manches ist anders

Die Highlights des Pariser Autosalons 2016

Der Pariser Autosalon 2016 ist etwas ungewöhnlich und wohl geprägt vom Fernbleiben vieler Marken von Ford über Mazda bis Rolls-Royce und Lamborghini. Wo sonst am ersten Pressetag Menschenmassen die Hallen ziehen, ist es diesmal relativ dünn bevölkert. Auch an richtigen Neuheiten-Krachern ist sie arm. Und doch ist einiges Sehenswertes dabei.

Vision Mercedes-Maybach 6
Zwar haben wir ihn bereits im Internet gesehen, aber in natura traut man wirklich fast seinen Augen nicht: Der Vision Mercedes-Maybach 6 ist wohl das opulenteste, heißeste und abgefahrendste Auto, das wir seit Langem gesehen haben. Das Einzelstück wird elektrisch angetrieben und hat 750 PS. Nach NEFZ kommt es 500 Kilometer weit. Seltsam wirkt nur der Namensschriftzug am Heck mit den irgendwie tanzenden Buchstaben aus.

Mercedes Generation EQ
Ebenfalls bei Daimler steht ein weiteres Highlight, und das ist eines der wenigen Exponate, die wir nicht schon im Vorfeld der Messe gesehen haben. Beim EQ handelt es sich nicht nur um ein seriennahes Elektro-SUV mit zwei Motoren, bis zu 500 km Reichweite und (skalierbar) bis über 400 PS, sondern um den Start der neuen Produktmarke EQ, die für Elektromobilität bis hin zu Sharing und Stromspeichern für zu Hause reicht. EQ steht für "Electric Intelligence". Die Bedienung im Innenraum erfolgt ausschließlich über Touchflächen.

Renault Trezor
Mit dem EQ um den Titel "spektakulärste Studie in Paris 2016" rittert der Renault Trezor. Dessen obere Hälfte (okay, nicht ganz) klappt komplett nach oben und gibt den Innenraum frei. Der Trezor wird elektrisch angetrieben, leistet 350 PS und kann autonom fahren. In das rechteckige Lenkrad sind drei Bildschirme integriert, die der Fahrzeugbedienung dienen.

VW I.D.
Volkswagen gründet gleich eine neue Konzernmarke für Moblitätskonzepte, setzt voll auf Elektro (ab 2025 sollen eine Million E-Autos pro Jahr verkauft werden) und zeigt die Studie eines Elektroautos namens I.D., das der Setzling für eine neue Markenidentität sein soll. Fernab vom allgegenwärtigen Dieselqualm. Der identitätsspendende Stromer soll dereinst, also ab 2020, mit 170 PS immerhin 600 Kilometer weit kommen. Er ist das erste Fahrzeug, das auf dem Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) basiert.

Opel Ampera-e
Wo andere mit E-Auto-Studien protzen, zeigt Opel ein serienmäßiges Elektroauto: den Ampera-e. Der Kompaktwagen bietet mit über 500 km Normreichweite mehr als die komplette Konkurrenz. 204 PS versprechen spritzigen Antritt, nach 3,2 Sekunden ist Tempo 50 erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 150 km/h begrenzt. Im Innenraum überzeugt der 4,17 Meter kurze Ampera-e mit großzügigen Platzverhältnissen, vor allem auf der Rückbank.

Die wahren Schönheiten
Die wenigsten sprechen es offen aus, aber für viele sind die wahren Highlights die Models und Hostessen, die bei vielen Marken die Stände regelrecht erstrahlen lassen. Insofern schmerzt das Fernbleiben von Lamborghini besonders. Doch auch auf dem Pariser Salon ist die Verbindung zwischen PS und Schönheit verbreitet.

Smart Elektro-Cabrio
Bei Smart ist jetzt die gesamte Palette elektrifiziert: Zweisitzer fortwo, Viersitzer forfour sowie das zweisitzige Cabrio, das damit das einzige elektrisch angetriebene Serien-Cabrio der Welt ist. Und mit rund 22.000 Euro wird es, wenn es 2017 auf den Markt kommt, auch eines der billigsten, wenn auch nur mit 160 km Reichweite.

Renault Zoe
Reichweite ist bei Elektroautos ein ganz wesentliches Gut - der Renault Zoe bekommt ab Dezember mehr davon. Im Normzyklus schafft er jetzt 400 Kilometer, real sollen immerhin 300 km übrig bleiben.

Citroen CXperience
Noch eine tolle Studie: Der Citroen CXperience soll vor allem Komfort als Markenkern ausstrahlen. 4,85 m Länge bei 2 m Breite, einer Höhe von 1,37 m und einem Radstand von 3,30 m lassen den Wagen schon von den Maßen her imposant wirken. Bewegliche Klappen verbessern die Aerodynamik. Die gegenläufig öffnenden Türen reichen im rechten Winkel bis in das Dach hinein. Der Innenraum wirkt zugleich einladend und modern.

Ferrari LaFerrari Aperta
Normalerweise herrscht auf Automessen bei Ferrari ein derartiger Andrang, dass man viel Zeit braucht, um ein aktuelles Auto Probe sitzen zu können. Dank der neuartigen Situation heuer war das deutlich leichter. Für Fans ist es natürlich etwas Besonderes, im LaFerrari Aperta Platz zu nehmen. Wie gerne hätte ich den 6,3 Liter großen V12-Motor gestartet, geschweige denn den 800 Pferden Auslauf gewährt - in Zusammenarbeit mit dem 163 PS starken Elektromotor. Das Verdeck besteht wahlweise aus Carbon oder Stoff. Der Sprint auf 100 km/h dauert in dem vollgetankt 1420 kg leichten Cabrio unter drei Sekunden, 200 sind nach 7,1 Sekunden erreicht, bevor es weiter auf 350 km/h geht. Sogar mit offenem Dach soll man sich auch bei hohem Tempo noch unterhalten können.

Ferrari GTC4 Lusso T
In Maranello haben sie ein Herz für Familien mit nicht ganz so dicker Brieftasche. Daher bieten sie jetzt den Viersitzer zusätzlich zur V12-Version auch mit V8 an. Der Preisunterschied dürfte dem Filius ein Jahr seines Studiums finanzieren.

Fiat 500C Riva
Sehenswert am Nachbarstand ist eine riesige Riva-Motorjacht, die Aquariva Super. Diese dient als Geleitschutz für ein Sondermodell des Fiat 500C, der vieles vom Design der Jacht übernimmt. So besteht etwa das Armaturenbrett aus Mahagoni und wird durch Ahorneinlagen verziert. Die Preisliste beginnt bei 18.100 Euro. Für das Auto, wohlgemerkt.

Toyota C-HR - nieder mit dem Diesel!
Das Spezielle an Toyotas neuem SUV namens C-HR ist erstaunlicherweise nicht das Design, obwohl das durchaus auffällig ist. Es ist die Ankündigung von Vizepräsident Didier Leroy, dass es den Wagen nicht mit Dieselmotor geben wird. Überhaupt soll diese Antriebsart nach und nach aus dem Programm verschwinden. Die Erscheinung des Toyota C-HR ist grundsätzlich gewöhnungsbedürftig. Unangenehm ist es aber auf der Rückbank. Durch das Minifenster in den hinteren Türen fühlt man sich wie in einer Höhle.

Honda Civic
Zu den auffälligsten Vertretern der Kompaktklasse gehört der Honda Civic; wer ihn fährt, muss Blicke aushalten. Nicht nur im Type R, der 2017 mit über 300 PS auf den Markt kommt. Auf dem Pariser Salon wird "nur" eine Studie gezeigt, die mit drei unterschiedlich großen, mittigen Auspuffendrohren Lust auf sich selbst macht.

Doch auch die zivilen Versionen, die im Serientrimm vorgestellt werden, machen was her - vor allem schauen sie in Echt deutlich besser aus als auf den Grafiken, die wir bisher im Internet gesehen haben. Er wird auch in Europa in zwei Versionen angeboten: als Fünftürer sowie als Limousine. Beide bieten richtig viel Platz und wirken im Innezwungen, zu hoch zu sitzen. Die Limousine wird nur mit dem 182 PS starken Top-Benziner angeboten (manuelles oder CVT-Getriebe), der Hatchback auch mit 129-PS-Dreizylinder. Alle haben eines gemeinsam: das komplette Sicherheits- und Assistenten-Paket schon in der Basis serienmäßig.

Peugeot 3008
Die Heckleuchten des neuen Peugeot 3008 gehören zu den schönsten der ganzen Messe. Sie symbolisieren die Kratzer von Löwenkrallen. Scharf ist der zum SUV mutierte, aber ausschließlich frontgetriebene 3008 nicht, aber schön und elegant. Das Armaturenbrett ist serienmäßig voll digital als "i-Cockpit" ausgeführt. Markteinführung in Österreich am 20. Oktober.

Peugeot 5008
Der große Bruder des 3008 ist ein richtiges Trumm geworden. Auch er wird ausschließlich über die Vorderräder angetrieben und auch er hat das i-Cockpit serienmäßig. Der Siebensitzer kommt im Frühjahr 2017 auf den Markt.

Land Rover Discovery
Die Briten bringen eine völlig neue Generation des Discovery auf den Markt. Zwei Allradvarianten zur Auswahl und vor allem eine Siebensitzerkonfiguration, die auch ganz hinten nicht nur eine Strafbank beinhaltet.

Renault Koleos
Anfang 2017 bringt Renault den neuen Koleos nach Europa. Die auf Wunsch mit Allrad erhältliche Neuauflage ist die französische Variante des Nissan X-Trail, unterscheidet sich optisch aber deutlich von dem Japaner und ähnelt mehr der neuen Mittelklasse-Limousine Talisman. Hinter der elektrisch öffnenden Heckklappe finden 624 Liter Gepäck Platz.

BMW Concept X2
Bei den Münchnern steht neben dem Zwölfzylinder-Motor für den Siebener die Vorschau auf den BMW X2 im Mittelpunkt. Er stellt eine coupéartige Version des X1 dar.

Hyundai i30
Europäischer kann ein Koreaner wohl nicht sein - das Heck des neuen Hyundai i30 erinnert sogar an das des VW Golf. Mit dessen hochwertigem Eindruck im Innenraum kann der Hyundai zwar nicht mithalten, bietet aber dennoch eine Menge an hochwertiger Ausstattung. Nur leider zu wenig Platz auf den Rücksitzen. Die Motoren leisten 95 bis 140 PS.

Kia Rio
Kias Ford-Fiesta-Konkurrent ist zu einem richtig erwachsenen Auto herangereift, das gut Platz bietet, sogar hinten. Auch technisch hat er aufgerüstet, er kann selbsttätig bremsen, und das auch für Fußgänger. Neu im Programm sind zwei Dreizylinder mit 100 und 120 PS.

Nissan Micra
Am Unteren Ende der Fahrungskette bewegt sich der neue Nissan Micra. Der nunmehr in Europa entwickelte Micra wurde deutlich länger und breiter, dabei aber flacher als das bisherige Modell. Platzmäßig darf man sich keine Wunder erwarten, aber technisch ist er ganz vorn dabei. Je nach Version verfügt er über einen autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, einen Spurhalteassistenten (als Erster in dieser Klasse), Verkehrszeichenerkennung, einen Around-View-Monitor und einen Totwinkelassistenten.

Skoda Kodiaq
Das neueste SUV von Skoda, der Kodiaq, feierte am 1. September Weltpremiere in Berlin. Was in Paris bekannt gegebn wurde, ist der Einstiegspreis - und der ist durchaus aufsehenerregend, angesichts dessen, dass der Tscheche von der Größe her mit dem VW Touareg vergleichbar ist: 25.690 Euro.

Audi Q5
Auf den ersten Blick fällt es zwar nicht auf, aber Audi bringt im Frühjahr die zweite Generation des Q5. Die Optik wirkt genau betrachtet leicht gestrafft. Im Innenraum ist er großzügiger als bisher, außerdem bietet auch er jetzt das digitale Cockpit an. Auf der Assistentenliste stehen teilautonomer Stauassistent, Notbremse, Parkassistent, Querverkehrswarner oder auch Parkassistent. Allradantrieb ist nur beim 150 PS starken Einstiegsdiesel optional, sonst obligatorisch.

Audi A5 Sportback
Auch hier sticht der Neue nicht ins Auge. Dennoch bedeuten die schärferen Linien und die klarere Front eine wesentliche Veränderung. Der Radstand wuchs auf 2,82 Meter, was dem Innenraum zugutekommt. Der hier gezeigte Audi S5 als sportliche Topversion wird statt von einem V8 jetzt von einem 354 PS starken V6-Motor angetrieben. In 4,7 Sekunden von Null auf 100 km/h.

Citroen C3
Der C4 Cactus färbt auf den neuen Citroen C3 ab: Der bekommt nun dessen Air Bumps an die Seiten und überhaupt ein ziemlich poppiges Design mit vielen Individualisierungsmöglichkeiten. Eine Besonderheit wird in Österreich nicht angeboten: eine integrierte Weitwinkelkamera im Innenraum, mit der man Selfies & Co. direkt auf Social Media verbreiten kann.

Mitsubishi Ground Tourer Concept
Schönheit liegt im Auge des Betrachters - das muss beim Mitsubishi Ground Tourer Concept einiges aushalten. Der Plug-in-Hybrid-Antrieb besteht aus einem 2,5-Liter-Benziner in Kombination mit drei Elektromotoren (122 PS vorn plus zweimal 61 PS hinten). Als rein elektrische Reichweite gibt der Hersteller 120 Kilometer an. Der Name stimmt übrigens so: Ground Tourer, nicht Grand Tourer.

DS Performance Line
Die aus Citroen hervorgegangene Marke DS wird weiter zur Luxusmarke aufgebaut. Dazu führen die Franzosen die "DS Performance Line" ein. Ein Vertreter ist der DS3 Performance Line, der mit Nobelausstattung und dem aus dem Peugeot 208 GTI stammenden 210-PS-Motor für Spaß sorgen soll. Eine sportliche Auslegung, wie sie früher der Citroen DS3 Racing hatte, wird es nicht mehr geben.

Eine ganze Reihe von Marken fehlt dieses Jahr. Dazu gehören Lamborghini, Rolls-Royce, Volvo, Ford, Bentley, Bugatti, Aston Martin und Mazda. Der Pariser Autosalon dauert bis 16. Oktober 2016.

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