19.09.2006 14:10 |

Selbstfindungstrip

"C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben"

Regisseur Jean-Marc Vallées autobiographisch geprägter Selbstfindungstrip im katholisch-kanadischen Umfeld fokussiert auf einfühlsame Weise das dynamische Potenzial familärer Bande. "C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben" ist eine herzerfrischende Gratwanderung zwischen Geborgenheit und Konfrontation sowie Vaterliebe und Freiheitsdrang - und zudem ein modisch-musikalisches Potpourri der 60er und 70er Jahre. Plateauschuhe und David-Bowie-Songs werden zu "Reliquien" einer Zeit, die dem Konservativismus freche Lebensverrücktheit entgegensetzte. Kinostart: 22. September 2003!

Ausgerechnet beim Weihnachtsfest 1960 erblickt der junge Zachary in Québec das Licht der Welt. Als zweitjüngstes Kind unter vier ungleichen Brüdern scheint er so gar nicht in die bürgerliche Vorstadtfamilie Beaulieu zu passen. Für die fromme Mutter ist Zac mit einer besonderen Begabung gesegnet und auch der engstirnige Vater ist maßlos stolz auf seinen schmucken Zögling.

Für Zac beginnt eine idyllische Kindheit: Sein Vater lässt ihn das Auto waschen, nimmt ihn mit auf heimliche Spritztouren zur Pommes-Standl und schmettert zu festlichen Anlässen unermüdlich Chansons von Aznavour. Noch genießt Zac die familiäre Geborgenheit, die Rituale und seine Stellung als Vaters Liebling. Aber das Glück ist von kurzer Dauer. Denn als Zacs Hormone beginnen, verrückt zu spielen, geht der Vater auf Distanz. Seine ständigen Konflikte mit den Eltern, die ersten Erfahrungen mit Liebe, Sex und Drogen machen sein Leben als Teenager zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.

Zeitreise in die 70er
Eine Zeitreise durch Mode, Musik und Lebensgefühl der 70er Jahre beginnt. Zac träumt von Rebellion und Freiheit. Aber auch wenn er heimlich Joints raucht und mit Motorradtouren den Mädchen imponieren will, kämpft er vor allem darum, die Anerkennung seines Vaters zurückzuerobern. Immer wenn ihn die spießige Umgebung zu erdrücken droht, flüchtet Zac in die Songs, die die Aufbruchsstimmung seiner Epoche einfangen: Pink Floyd, die Rolling Stones und vor allem der schillernde David Bowie werden Zacs ständige Begleiter.

Die Suche nach seinen echten Wünschen und Begierden führt sein Leben voller Musik, Humor und Revolte auf eine mystische Reise. Zac kehrt verändert zurück und findet - nach vielen Umwegen - schließlich seinen eigenen Weg.

Regie: Jean-Marc Vallées
Darsteller: Michel Côté, Marc-André Grondin, Danielle Proulx, Émile Vallée, Maxime Tremblay u.a.

Alle Bilder (c) Filmladen Filmverleih


Montag, 17. Mai 2021
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