So, 15. Juli 2018

Hilfe für Angehörige

26.09.2016 15:17

Suizid: Quälende Suche nach dem Warum endet nie

Wenn sich eine geliebte Person das Leben nimmt, versetzt das die Angehörigen in einen unerträglichen Zustand der Ohnmacht und Verzweiflung. Die Hinterbliebenen fallen meist in ein tiefes schwarzes Loch, aus dem sie sich nur schwer befreien können. Das Tiroler Bündnis gegen Depression bietet Unterstützung an.

"Im vergangenen Jahr haben sich in Tirol 114 Menschen das Leben genommen. Zwar handelt es sich dabei immer noch um eine hohe Anzahl, doch die Suizid-Rate ist seit 1995 stark gesunken", sagt Eberhard Deisenhammer von der Uni-Klinik Innsbruck für Psychiatrie. Es sind vor allem die Hinterbliebenen, deren Leben nach einem solchen Schicksalsschlag in Trümmern liegt. Viele Fragen quälen sie ununterbrochen: Warum ist das passiert? Warum hat uns jene Person so viel Leid angetan? Warum konnte ich gar nichts dagegen tun?

"Hinterbliebene werden oftmals suizidgefährdet"

"Die Angehörigen und Freunde stellen von heute auf morgen die Gegenwart und die Zukunft, aber auch die Vergangenheit in Frage. Sie sind Emotionen wie zum Beispiel Wut, Trauer, Hilflosigkeit und Unsicherheit ausgesetzt", verdeutlicht Regina Seibl von der Plattform Trauer nach Suizid (pro mente tirol) und fügt hinzu: "Oft werden auch die Trauernden suizidgefährdet." Daher benötigen Hinterbliebene Hilfe. "Vor allem der Austausch mit anderen Betroffenen im Zuge von Selbsthilfegruppen hilft bei der Verarbeitung. Derzeit haben wir vier Einheiten in Tirol - und zwar in Landeck, Innsbruck, Wörgl und Lienz", informiert Seibl.

Lange Verarbeitungszeit

Der Weg zurück ins Leben dauert für die Trauernden meist lange. "Im Durchschnitt nehmen sie bis zu zwei Jahren an den Therapien teil", weiß die Expertin. Hilfreich sei dabei, dass andere Mitglieder im Verarbeitungsprozess schon fortgeschritten sind. "Das spendet Hoffnung", teilt Seibl mit. Nähere Details unter www.buendnis-depression.at

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