Stalin-Denkmal...

Führerzimmer & Co.: Wiens skurrilste Denkmäler

Schani Strauss geigend im Stadtpark, Prinz Eugen hoch zu Ross am Heldenplatz oder das Denkmal zur Befreiung der Stadt am Schwarzenbergplatz - das kennt jeder in Wien. Am Sonntag, 25. September, ist wieder Tag des Denkmals, mit Führungen zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es gibt aber auch Denkmäler, bei denen man sich fragend an den Kopf greift. Gewidmet den größten Massenmördern oder einem Unfallopfer. Und einen Brunnen, der angeblich mithilft, die richtigen Lottozahlen zu tippen...

#1. Das Stalin-Denkmal in Meidling
Wien hat wahrscheinlich das einzige Denkmal von Josef Stalin, das alle Systeme überdauert hat und wird: Am Haus Schönbrunner Schlossstraße 30 in Meidling wurde am 21. Dezember 1949 ein Relief mit dem Kopf Josif Wissarionowitsch Stalins (1879-1953) enthüllt. Der Diktator war dort 1913 im Auftrag Lenins sechs Wochen lang mit Studien zur nationalen Frage beschäftigt war. Die KPÖ hatte nach dem Krieg darauf bestanden, diese Tafel zu installieren, der damalige Wiener Bürgermeister Theodor Körner verstieg sich bei der Einweihungsfeier zu diesen Sätzen: "Wenn die Kommunistische Partei an mich das Ersuchen gestellt hat, diese Tafel in die Obhut der Stadt Wien zu nehmen, dann danke ich ihr für das Vertrauen, das sie in die demokratische Stadtverwaltung gesetzt hat. Stalin wurde als Sohn eines einfachen Schuhmachers geboren und steht heute an der Spitze eines Sechstels der Erde. Wir anerkennen die historische Person Stalins."

#2. Das Führerzimmer im Volkstheater
Das Führerzimmer ist ein gesonderter Pausenraum, der 1938 für den Besuch Adolf Hitlers errichtet wurde. Der das Zimmer jedoch niemals betreten hat. Volkstheater-Chef Michael Schottenberg ließ das Führerzimmer "aus Gründen der Moral, der Ethik und des politischen Bewusstseins" abtragen, das Bundesdenkmalamt verpflichtete ihn jedoch zum Rückbau. Danach wurde das Zimmer als neuer Spielort "Empfangsraum" eingerichtet, in dem Aufführungen, Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen stattfinden, die der Aufarbeitung der österreichischen Zeitgeschichte dienen. Das Zimmer ist ein "Alptraum" in dunkelbrauner deutscher Eiche und wirkt so gemütlich wie ein Sarg von innen.

#3. Che Guevara im Donaupark
Mit der Che Guevara-Büste ist Wien die einzige Stadt Europas, die dem Freiheitskämpfer auf einem öffentlichen Platz ein Denkmal setzt. Anlass für die Errichtung der 70 Zentimeter hohen Bronzebüste von Che im Donaupark war der 80. Geburtstag des 1928 in Argentinien geborenen Revolutionärs und Freundes von Fidel Castro. Ches letztes bekanntes Schreiben war ein Brief an deutsche Studenten, in dem er forderte sich als Guerilla im Kampf von "unbeugsamem Hass" antreiben zu lassen, um eine "effektive, gewaltsame, selektive und kalte Tötungsmaschine" darzustellen. Che wurde Ende 1967 von bolivianischen Militärs erschossen.

#4. Lady Di am Cobenzl
Ein einziges Mal war Prinzessin Diana in Wien, allerdings nicht am Cobenzl. Trotzdem steht dort ihr Denkmal. Initiiert hat das Projekt der Radioreporter und "Fan dieser Frau von Welt", Ewald Wurzinger. Schon seit seiner Kindheit fasziniere ihn Diana, die eben nicht nur die verachtete Schwiegertochter der Queen gewesen sei, sondern immerhin die "Mutter des zukünftigen Königs". Das Denkmal, sagt Wurzinger, soll ein "Denkmal der Menschlichkeit" sein und eine Pilgerstätte für Fans.

#5. Das Agnesbründl
Am höchsten Punkt des Stadtgebiets, am Hermannkogel, liegt das Agnesbründl, um das sich eine ungewöhnliche Sage rankt: Es heißt, dass man nach dem Trinken aus der Quelle die Lottozahlen der nächsten Ziehung kenne. Einer anderen Legende zufolge wurde der Brunnen nach der Tochter einer dort lebenden Waldfee benannt, die Agnes hieß.

Was meint ihr dazu? Wart ihr schon Karten legen? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

zet

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