18.09.2006 07:34 |

Vatikan erschüttert

Italienische Nonne in Mogadischu erschossen

Vermutlich in Zusammenhang mit den Papst-Äußerungen zum Islam haben Bewaffnete in der somalischen Hauptstadt Mogadischu eine italienische Ordensschwester erschossen. "Wir nehmen an, dass die Tat im Zusammenhang mit den Äußerungen des Papstes steht", sagte der Sicherheitsbeauftragte der Union der Islamischen Gerichte, die Mogadischu kontrolliert. Der Vatikan zeigte sich erschüttert über die Tat.

Ein ranghoher Mitarbeiter der mit österreichischen Geldern geförderten S.O.S.-Klinik sagte, die Täter hätten offenbar gezielt auf Schwester Leonella gewartet. Diese habe kurz nach Mittag regelmäßig Medizinstudenten unterrichtet. Die Attentäter sollen der Schwester dreimal in den Rücken geschossen haben. Ein Leibwächter der Schwester sei sofort gestorben, die Nonne später ihren Verletzungen erlegen, hieß es.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte laut der Nachrichtenagentur ANSA, der Mord an der Ordensschwester sei "fürchterlich". Er hoffe, dies bleibe eine "isolierte Tat".

Zwei weitere Schwestern ihres Ordens hielten sich weiter in Mogadischu auf. Sie hätten sich geweigert, dass Land zu verlassen mit Verweis auf die humanitäre Arbeit in dem Krankenhaus.

Kritik des Papstes am Islam
Papst Benedikt VI. war wegen der Verwendung eines islamkritischen Zitates, das aus einem mittelalterlichen Text stammt, von Muslimen weltweit kritisiert worden. Beim Freitagsgebet hatten fundamentalistische Kleriker in Mogadischu zur "Jagd auf den Papst" aufgerufen.

Benedikt distanzierte sich beim Angelus-Gebet am Sonntag erneut von dem Zitat des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos und betonte, seine Rede sei eine Einladung zum offenen und ernsthaften Dialog über das Problem von Religion und Gewalt gewesen