Fr, 22. März 2019
13.09.2016 13:09

Grazer Studie zeigt:

Polarlichter fungieren als Energieschlucker

Eine lange ungelöste Frage über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Magnetfeld der Erde und jenem der Sonne haben Experten des Grazer Instituts für Weltraumforschung (IWF) geklärt. Sie fanden heraus, dass Plasmajets das bipolare Magnetfeld in der inneren Magnetosphäre zum Schwingen bringen, und dass die farbenprächtigen Polarlichter quasi als Energieschlucker fungieren.

Während eines sogenannten Teilsturms werden im Magnetschweif der Erde enorme Energiemengen freigesetzt, die starke elektrische Ströme und Polarlichter (Aurorae) erzeugen. Aber was reguliert diese Ströme und Polarlichter und lenkt die Energie in die Ionosphäre um? IWF-Forscher Evgeny Panov hat für seine Studie Daten der NASA-Mission THEMIS (Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms) ausgewertet und dabei eine interessante Entdeckung gemacht.

Plasmajets lassen das Erdmagnetfeld schwingen
Wenn sich die Spannung magnetischer Feldlinien im Magnetschweif der Erde entlädt, werden schnelle Plasmaströme erzeugt. Für diese Plasmajets wirkt das dipolare Magnetfeld in der Nähe der Erde als Hindernis, an dem der Teilchenstrom abprallt. Da die Grenzlinie jedoch flexibel ist, kommt es zu magnetischen Schwingungen, berichten die Grazer Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Physics".

Polarlichter schlucken gesamte Schwingungsenergie
THEMIS-Beobachtungen haben gezeigt, dass oszillierende Magnetfelder elektrische Ströme erzeugen. Diese werden durch Elektronen getragen, die entlang der magnetischen Feldlinien fließen. Die einfallenden Elektronen erzeugen Aurorae. "Wir haben herausgefunden, dass das Abstoppen des Plasmajets Schwingungen des Magnetfeldes hervorruft, die mit Helligkeitsschwankungen des Polarlichts korrelieren. Eine Abschätzung der Energiebudgets zeigt, dass die Polarlichter und die damit verbundenen Ströme die gesamte Schwingungsenergie konsumieren", erläutert Panov.

THEMIS-Programm erforscht Erdmagnetosphäre
Im Rahmen der NASA-Mission THEMIS wurden 2007 fünf Kleinsatelliten gestartet, um in einer genau definierten Konstellation hauptsächlich den Schweif der Erdmagnetosphäre zu erforschen. Das IWF ist an der Erstellung des Missionskonzepts, dem Magnetometerexperiment (entwickelt unter der Federführung der TU Braunschweig) und der wissenschaftlichen Datenauswertung beteiligt.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
30 Minuten kein Start
Drohne legte Flughafen Frankfurt lahm
Welt
Das große Zittern:
Scheidet Petzner heute bei „Dancing Stars“ aus?
Video Stars & Society
Nach Schimpftiraden
UEFA eröffnet Disziplinarverfahren gegen Neymar
Fußball International
Kind unter Opfern
Dreiköpfige Familie von Auto erfasst!
Niederösterreich
„Krone“-Interview
Herzog: „Natürlich ist Alabas Ausfall gut für uns“
Fußball National
Feuer am Bahnhof
Lkw gerät in Oberleitung: Schwarze Rauchsäule
Niederösterreich
Fan-Randale
Spiel-Abbruch: Punkteabzug für Panathinaikos
Fußball International