19.09.2006 14:43 |

iPod-Verfolger

Fans ärgert Zune-Kopierschutz

Kaum sind die ersten Details über Microsofts neuen Multimedia-Player „Zune“ veröffentlicht worden, schlägt die Fan-Gemeinde schon Alarm. Der Player ermöglicht nämlich einen Austausch von Musik via WLAN-Verbindung. Bloß: Zune versieht jede so weitergegebene Musik mit einem komplizierten Kopierschutz, der den Song nach drei Tagen bzw. dreimaligem Abspielen unbrauchbar macht. Und das geschieht mit urheberrechtlich geschützter Musik genauso wie mit einer Audiobotschaft – und genau das stört die Zune-Freunde.

Durch den Kopierschutz wird nämlich auch unlizensierte Musik, also freie Inhalte, geschützt - was in den Augen vieler Organisationen, die gegen den Kopierschutzwahn der Hersteller und Plattenfirmen kämpfen, einen Verstoß gegen geltende Rechtsbestimmungen darstellt. Microsofts Zune kann eben freie Musik nicht von urheberrechtlich geschützter unterscheiden und „schützt“ somit alles.

Ein User schrieb im beliebten Zune-Insider-Blog: „Was wenn ich einer tollen Frau ein Demo-MP3 schicke und sie es sich nach drei Tagen nicht mehr anhören kann?“ Die lapidare Antwort des Zune-Insiders: „Wenn sie es sich nach drei Tagen noch nicht angehört hat, tut sie’s eh nicht mehr...“ Ganz so einfach wird es für Microsoft aber doch nicht. Die Vertreter diverser Lizenzfrei-Communitys rebellieren gegen Microsofts geplantes DRM (Digital Rights Management). Sie drohen auch mit Klagen, denn die WLAN-Funktion des Zune würde die Verbreitung ihrer Inhalte einschränken.  

Kolportierter US-Preis: 299 Dollar
Zune wird mit einer 30 GigaByte fassenden Festplatte und einem Farbbildschirm mit einer Diagonale von drei Zoll ausgerüstet sein. Der Player in den Farben schwarz, weiß und braun soll zum Weihnachtsgeschäft in den Handel kommen. Ein genauer Starttermin und der Preis sollen allerdings erst später bekanntgegeben werden. In den Staaten bietet der Diskonter Walmart den Zune für 239 Dollar an. Experten gehen von einem Startpreis von 299 Dollar in den USA aus, in Euro wären das etwas mehr als 235.

Zune kann Videos abspielen, die Frage ist nur, welche
Microsoft will dabei Kunden mit Funktionen anlocken, die es beim iPod nicht gibt. So können Zune-Nutzer untereinander über die drahtlose Wi-Fi-Verbindung neben den Songs mit oben erwähnten Problemen auch Bilder austauschen. Als weitere neue Funktion ist im Zune ein Radio integriert. Die Apple-Geräte haben zudem einen etwas kleineren Bildschirm mit einer Diagonale von 2,5 Zoll. Der Zune wirkt dafür auf den von Microsoft vorgestellten Fotos etwas dicker als die iPods. Wie die großen iPod-Modelle kann zwar auch der Zune Videos abspielen, Microsoft wird aber zumindest vorerst keine Filme oder TV-Sendungen für den Player anbieten. Auch auf einem Media-Center-PC selbst angefertigte Aufzeichnungen werden zunächst nicht auf den Zune übertragbar sein.

Musik aus dem iTunes-Store läuft nicht auf einem Zune
Wie Apple will auch Microsoft einen eigenen Online-Shop für den Zune eröffnen. Neben dem Einzelkauf von Songs oder Alben sei auch ein Abo-Modell geplant, bei dem für eine Pauschal-Gebühr unbegrenzt viel Musik geladen werden kann. Auch dazu sollen Details erst später folgen. Um iPod-Nutzern den Umstieg auf Zune zu erleichtern, sollen auch Titel, die mit Apples iTunes-Software von CD auf den Computer gezogen wurden, für den Microsoft-Player zugänglich sein - nicht aber im iTunes Store gekaufte Musik. Der Zune soll auch gleich mit vorinstallierter Musik verkauft werden. Das Gerät wird für Microsoft vom japanischen Elektronik-Konzern Toshiba produziert.

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