07.09.2016 17:36 |

Nur noch ein Richter

Nachwuchsprobleme für zweisprachige Justiz

"So viele Richter gibt es sonst hier nicht", scherzte Landesgerichtschef Bernd Lutschounig anlässlich eines hohen Besuches am Bezirksgericht in Bleiburg: Justizminister Wolfgang Brandstetter und sein slowenischer Amtskollege Goran Klemencic überzeugten sich davon, dass zweisprachige Gerichtsbarkeit funktioniert. Fraglich ist, wie lange. Denn es gibt Nachwuchsprobleme.

Mit Bleiburg, Bad Eisenkappel und Ferlach gibt es in Kärnten noch drei zweisprachige Gerichte.

Für Minister Brandstetter sind diese besonders wichtig: "Sie symbolisieren auch gut, dass es oft egal ist, wo Grenzen verlaufen. Das sollten sich andere in Europa zu Herzen nehmen."

Daher denke er auch nicht daran - anders als so mancher Vorgänger - an den Standorten zu rütteln: "Solange die Volksgruppe keine anderen Wünsche hat, sehe ich keinen Anlass, etwas zu ändern."

Das gelte übrigens nicht nur für zweisprachige Gerichte: "Schließungen sind derzeit in Kärnten kein Thema."

Sorgen bereitet allein der Umstand, dass es kaum noch zweisprachige Richter gibt - in Ferlach etwa muss bei Bedarf übersetzt werden. "Wir unterstützen die Zweisprachigkeit, aber leider finden sich nicht überall Bewerber", muss Brandstetter zugeben.

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